Gericht muss über Anordnung zum Baubeginn der Kunrauer Schweinemastanlage entscheiden / Nächste Info-Veranstaltung geplant

Wenigstens eine Rücklage für den Abriss bilden

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Etwa 1600 Schweine pro Betrieb werden in Sachsen-Anhalt gehalten. Damit ist das Land im Bundesvergleich ganz weit vorn. Die Kunrauer kämpfen gegen die industrielle Mast in ihrem Dorf.

Kunrau. „Das Gericht hat drei Möglichkeiten“, erklärte Günter Zogbaum von der Kunrauer BUND-Ortsgruppe am Dienstagabend den Mitgliedern des Kunrauer Ortschaftsrates.

Er hatte informiert, dass die Bentheimer Bauherrengesellschaft den Antrag zur sofortigen Vollziehung der Baugenehmigung beantragt hat. Dagegen haben die Kunrauer Aktivisten fristgerecht Widerspruch eingelegt. „Das Gericht kann entweder nach Aktenlage entscheiden“, erklärte Zogbaum. Er könne sich aber kaum vorstellen, dass sich der Richter durch die 10 000-Seiten starken Unterlagen kämpfen werde. Zweite Möglichkeit wäre die Entscheidung nach der Interessenabwägung. Dabei müsse abgewartet werden, wie die Interessenlage beurteilt wird. Es wäre als dritte Möglichkeit aber auch denkbar, dass das Gericht der Anordnung zwar zustimmt, aber den Bauherren Auflagen erteilt. „Denn wenn unsere Klage durchkommt, muss die Anlage zurückgebaut werden“, erläuterte der Sprecher der BUND-Ortsgruppe. Darin sehen die Kunrauer Aktivisten derzeit aber ein Problem: Sie hatten festgestellt, dass die Bauherrengesellschaft einzig zu dem Zweck gegründet wurde, den Bau umzusetzen. Sobald die Anlage steht und betriebsbereit ist, „hört die Bauherrengesellschaft auf zu existieren“, so Zogbaum. Offen sei, wer dann der Betreiber der Anlage werde.

Von Monika Schmidt

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