Wenig Hoffnung auf Besserung

Auch in Kusey ist die Ortsdurchfahrt sanierungsbedürftig

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Wolfgang Mosel zeigt die Stelle, die von ortskundigen Autofahrern meist umfahren wird: Der Asphalt hat sich abgesenkt, es sind Netzrisse erkennbar. Der Kuseyer fordert eine Sanierung.

Kusey. „So geht es nicht weiter. “ Kommunalpolitiker Wolfgang Mosel fordert eine Instandsetzung der L 22/L 23. Die Landesstraße von Böckwitz bis Klötze diente viele Jahre als Umleitung für die Bromer Ortsumgehung.

Was als Provisorium begann, hatte sich in mehr als 20 Jahren als Dauerlösung etabliert. In diesem Sommer muss die Straße wieder den gesamten Verkehr von Niedersachsen in Richtung Salzwedel tragen, denn wegen der Bauarbeiten in Brome und Ahlum ist die B 248 dort voll gesperrt. Die Folge: Der Verkehr hat extrem zugenommen, beklagen die Anlieger. Vor allem der Lkw-Verkehr hinterlässt auf den Fahrbahnen deutliche Spuren. Dass zwischen Böckwitz und Jahrstedt die vor Jahren aufgetretenen Hitzeschäden nicht richtig repariert wurden, beklagt Ortsbürgermeister Uwe Bartels bei nahezu jeder Ortschaftsratssitzung. Ebenso dass in der Kurve vor dem Ortsbüro der Asphalt an den Rand gedrückt wird. In Kunrau sind Unebenheiten in der Ortsdurchfahrt ein Dauerbrennerthema, in Neuferchau reißen die klappernden Gullydeckel die Anwohner aus dem Schlaf.

„In Kusey ist die Straße ebenfalls ein Problem“, erklärt Stadtrat Wolfgang Mosel. An der Einmündung nach Alt-Kusey lässt sich das besonders gut beobachten. Eine tiefe Delle zeigt sich in der Fahrbahn, offensichtlich ist die Zuleitung zu einem Schacht eingebrochen. Auf der gesamten Fahrbahnhälfte wird die Straße so gerade für tiefergelegte Fahrzeuge zum Problem. Wer das weiß, umfährt die Unebenheit entweder durch einen Schlenker nach Alt-Kusey oder durch Ausweichen auf die Gegenfahrbahn. Wer die Unebenheit nicht erkennt, rumpelt mit seinem Fahrzeug durch das Loch. „Das ist natürlich auch eine große Unfallgefahr“, findet der Kuseyer. Beim Ausweichen könnten die Fahrer mit entgegenkommenden Fahrzeugen zusammenstoßen.

„In den Neunziger Jahren ist die Straße gemacht worden“, erinnert sich Wolfgang Mosel. Dabei sei aber teilweise Bitumen auf das alte Pflaster eingebaut worden, das den heutigen Verkehrsbelastungen aber nicht standhält. 2005 wurde der Abschnitt von der Einmündung Grüner Weg bis zum Abzweig Richtung Kunrau grundhaft ausgebaut. „Dort ist die Straße in einem viel besseren Zustand“, hat er festgestellt und fordert deshalb, dass auch am übrigen Abschnitt der Ortsdurchfahrt die Straßenbauer anrücken.

Im Klötzer Rathaus hat sich das Stadtratsmitglied bereits für die Straße eingesetzt. Vor vier Wochen sprach Mosel mit dem Bau- und Ordnungsamtsleiter Ulf Dittfach über die Schäden. „Das Problem ist in der Stadt bekannt“, so Wolfgang Mosel. Allerdings ist die Stadt, weil es sich um eine Landesstraße handelt, nicht zuständig. Den Auftrag für den Ausbau müsste die Landesbaubehörde (LBB) erteilen. „Mit ein bisschen Abfräsen ist es nicht getan“, ist Wolfgang Mosel überzeugt. Eine grundhafte Sanierung sei notwendig. Damit steigen aber auch die Kosten und die Chancen, dass das Land zügig Abhilfe schafft, sinken. Denn diese Maßnahmen müssen langfristig in den knappen Haushalt eingeplant werden.

„Ich hoffe, dass 2016 vom Land etwas vorgesehen ist“, so Wolfgang Mosel, der das Thema auch noch im Kreistag ansprechen will. Schließlich ist der Kreis als Verkehrsbehörde für das Ausweisen der Umleitungsstrecken zuständig und hat die Hohheit über die Ausschilderung an den Straßen. Denn um zumindest kurzfristig eine Abhilfe zu schaffen, fordert Wolfgang Mosel für die Kuseyer Ortsdurchfahrt eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h. „Nicht nur wegen der Straßenschäden“, erklärt der Kuseyer. Sondern auch wegen der zweiten Bushaltestelle in Klötze-Süd. „Dann können die Busgäste gefahrlos ein- und aussteigen“, erklärt der Kuseyer und bekräftigt seine Forderung: „Die Landesstraßenbaubehörde muss etwas machen, ansonsten wird es für die Anwohner dauerhaft zu stressig.“

Beim Altmarkkreis ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung derzeit kein Thema. „Es ist diesbezüglich bislang kein Antrag gestellt worden“, informierte Pressesprecherin Birgit Eurich nach Rücksprache mit der unteren Verkehrsbehörde.

Und auch vom Land kommen keine positiven Signale: „Der betreffende Abschnitt der Landesstraße unterlag in letzter Zeit einem erhöhten Verschleiß“, räumt Peter Mennicke, Pressereferent des Verkehrsministeriums ein. Dies sei durch Netzrisse erkennbar. Außerdem seien in der Deckschicht Ausmagerungen vorhanden. „Es sind bereits eingehende Untersuchungen des Straßenzustands gemacht worden“, berichtet Mennicke weiter.

Derzeit würden die Ergebnisse ausgewertet. Erst dann könne eine Entscheidung über weitere Sanierungsmaßnahmen und deren Einordnung in das Erhaltungs- beziehungsweise Bauprogramm des Landes getroffen werden. Eine kurzfristige Verbesserung des Straßenzustands ist damit nicht in Sicht.

Von Monika Schmidt

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