Wellengang auf der Lebensader

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Da lachte CDU-Landtagsabgeordneter Uwe Harms und zeigte auf die Stoßdämpfer, die Klaus Gerike (r.) auf die L 22 als Symbol für den schlechten Zustand der Straße gelegt hatte.

Buchhorst - Von Peter Lieske . Den Ausbau der Landesstraße 22 zwischen Buchhorst und Wassensdorf fordern Politiker aus Klötze wie auch aus der Stadt Oebisfelde-Weferlingen. Unterstützung erhalten sie dabei von Landespolitikern. Bei einem Vororttermin machten sie am Dienstagabend auf die Situation aufmerksam.

Auf Einladung des Buchhorsters Klaus Gerike fuhren die Politiker das Teilstück der Straße ab. Auf einer Länge von 1,3 Kilometern ist die Fahrbahn in einem desolaten Zustand. Die Fahrt gleicht dem Durchqueren eines Wellentals. Vor allem das Überqueren einer Brücke ist gefährlich.

Im Rahmen der Vorstandssitzung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Rund um den Drömling“ ging es unter anderem um diesen Abschnitt der L 22. „Uns war und ist bekannt, dass Landesstraßen nicht Bestandteil unseres Leaderkonzeptes sind“, sagte Karl-Heinz Kull von der LAG gestern nach der Beratung. Die Entwicklung des ländlichen Raumes sei aber eine Hauptaufgabe des Leaderkonzeptes. Und dazu gehörten auch intakte Landesstraßen als „verbindende Lebensadern“, machte er deutlich.

Von der L 22 profitierten die Regionen um Klötze wie auch um Oebisfelde gleichermaßen, wurde in dem Gespräch am Dienstagabend deutlich. Viele Pendler aus Klötze und umliegenden Orten müssen zur Arbeit nach Wolfsburg fahren. Seit der Fertigstellung des Teilstückes der Oebisfelder Ortsumgehung hat diese Verbindung an Attraktivität gewonnen, macht Karl-Heinz Kull deutlich. Er ist überzeugt, dass die Frequentierung zunehmen würde, wäre die Fahrbahn in Ordnung.

Aber auch in entgegengesetzter Richtung ist die L 22 von Bedeutung. Die alten Verbindungen aus der Zeit, als Oebisfelde zum Landkreis Klötze gehörte, seien immer noch deutlich spürbar. Viele Oebisfelder arbeiten in Klötze und Umgebung. Zudem fahren Bewohner der alten Stadt Oebisfelde zum Arzt nach Klötze, hatte Silke Wolf, Bürgermeisterin der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, deutlich gemacht. CDU-Landtagsabgeordneter Uwe Harms aus Klötze verwies auf die Rettungsschneise. So werde die L 22 von Rettungsfahrzeugen viel genutzt. Die Patienten würden im besagten Abschnitt kräftig durchgeschüttelt. Sein Haldenslebener Landtagskollege Guido Henke (Linke) hatte sich ebenfalls über die Situation vor Ort informiert. Silke Wolf freute in diesem Zusammenhang, dass sich vor allem zwei Landtagsabgeordnete dafür interessierten, die sich zum einen mit Finanzen und zum anderen mit verkehrspolitischen Fragen im Parlament auseinander setzen. Sie erhofft sich daher besondere Impulse für einen möglichst baldigen Ausbau.

Wann und ob ausgebaut wird, davon konnte nach Ansicht von Karl-Heinz Kull keine Rede sein, zumal der Streckenabschnitt noch nicht einmal Bestandteil der mittelfristigen Finanzplanung ist. Mit einem gemeinsamen Auftreten beider Städte könne aber so viel Druck erzeugt werden, dass die Baumaßnahme als dringlich eingestuft wird.

Bei einem Passus horchten die Teilnehmer besonders auf, wie Karl-Heinz Kull und Silke Wolf gestern im AZ-Gespräch gleichermaßen betonten: Die zwei Brücken auf dem Teilabschnitt seien in einem äußerst schlechten Zustand, hatten sie erfahren. Nun stelle sich die Frage, wie lange diese Bauwerke dem starken Verkehr noch standhalten können.

Als Erfolg schätzte Silke Wolf ein, dass es zumindest nochmals eine Verkehrszählung geben wird, auch wenn an dem Ergebnis aufgrund der dünnen Besiedelung im Drömling und in der Altmark wohl nicht abzulesen sei, wie wichtig der Ausbau für die gesamte Region ist.

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