Fürs Frühjahr ist der Zug abgefahren

Weiter thermisch entsorgen: Klärschlamm kann vorerst nicht landwirtschaftlich ausgebracht werden

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Schon deutlich niedriger geworden ist der Berg auf der Platte am Immekather Klärwerk, auf der der Klärschlamm gelagert wird. Doch neuer kommt dazu und für 2019 gibt es noch keinen Vertrag zur thermischen Entsorgung.

Klötze / Immekath. „Die Hälfte der Platte ist dann leer“, informierte Birgit Lange, Geschäftsführerin des Klötzer Wasserverbandes, die Mitglieder der Verbandsversammlung am Donnerstag.

Sie berichtete, dass der Klärschlamm aus dem Immekather Klärwerk weiter thermisch entsorgt werden muss. „Insgesamt, so ergibt eine Hochrechnung, sind bis zum Jahresende dann etwa 1000 Tonnen abgefahren worden“, teilte Birgit Lange mit. Allerdings läuft der Vertrag zur thermischen Entsorgung nur für dieses Jahr. „Für eine weitere Entsorgung im Jahr 2019 haben wir kein Angebot mehr“, teilte sie den Mitgliedern der Verbandsversammlung mit.

Damit steht der Wasserverband ab 2019 vor demselben Dilemma wie in diesem Jahr. Denn über den Antrag des Verbandes, den Klärschlamm landwirtschaftlich ausbringen zu dürfen, hat die Untere Abfallbehörde beim Altmarkkreis immer noch keine Entscheidung gefällt. „Die Einzelfallentscheidung ist noch nicht genehmigt“, konnte die Geschäftsführerin den Vertretern der Kommunen keine positiven Nachrichten überbringen. Dabei war sie nach einer Vielzahl von Beratungen auf Kreis- und Landesebene eigentlich guter Dinge. Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Barth und seine Fraktionskollegin Silke Schindler hatten sich als Vermittler eingeschaltet. Bislang allerdings ebenfalls ohne Erfolg, wie Birgit Lange mitteilte. Eine endgültige Entscheidung der Oberen Abfallbehörde in Magdeburg stehe noch aus. Allerdings gebe es Informationen aus Magdeburg, dass die Obere Behörde der Unteren Behörde grünes Licht für die Einzelfallentscheidung gegeben haben soll. „Salzwedel hat dazu aber noch keine offizielle Mitteilung“, wusste Birgit Lange. Deshalb werde dort noch keine Entscheidung getroffen.

Die Geschäftsführerin bedauert, dass die Entscheidung noch nicht zustande kam. „Für eine landwirtschaftliche Ausbringung im Frühjahr werden wir wohl keine Flächen mehr bekommen können“, befürchtet sie. Damit bleibe dem Verband keine andere Wahl, als auch für 2019 wieder eine thermische Entsorgung auszuschreiben. Die Unterlagen dafür sollen vorbereitet werden.

Weil im Bereich des Klötzer Verbandes ein Betrieb Kartoffeln verarbeitet, darf der Klärschlamm laut neuer Verordnung nicht mehr ohne Weiteres von den Landwirten als Dünger genommen werden, auch wenn die Grenzwerte der Belastung in Klötze nicht erreicht werden. Bei den niedersächsischen Nachbarn hatten es die Verbände leichter, Ausnahmen zu bekommen.

Von Monika Schmidt

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