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Ein weißer Bottich für jedes Haus

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Ein großer Abwasserschacht für die Kanalisation steht schon auf dem Grundstück von Jörg Hinze (rechts) bereit. Frank Kenning und Torsten Rudolf (von links) von einer Greifswalder Firma arbeiten seit voriger Woche in Buchhorst.
Ein großer Abwasserschacht für die Kanalisation steht schon auf dem Grundstück von Jörg Hinze (rechts) bereit. Frank Kenning und Torsten Rudolf (von links) von einer Greifswalder Firma arbeiten seit voriger Woche in Buchhorst. © Sternitzke

Buchhorst. Ein tiefes Loch klafft auf dem Hof an der Röwitzer Straße 4a. Ein unscheinbares schwarzes Rohr ragt bereits aus dem schwarzen Boden heraus: die Abwasserleitung. Als letzte Ortschaft im Oebisfelder Bereich wird Buchhorst an die öffentliche Kanalisation angeschlossen.

In der vorigen Woche haben zwei Firmen mit den Arbeiten begonnen.

„Es ist jahrelang auch mit der eigenen Kläranlage gegangen. Aber die Kanalisation ist schon eine Errungenschaft“, meint Hauseigentümer Jörg Hinze. Die Oebisfelder Wasser und Abwasser GmbH, kurz OeWa, investiert 655 000 Euro. Neben einem Baukostenzuschuss müssen die Eigentümer den Anschluss bis zum Haus übernehmen.

Ein leuchtend weißer Kunststoffbehälter, 1,80 Meter hoch, steht bereits neben der Grube bereit. „Das ist wie ein Schacht, in dem eine Pumpe drin ist. Ab einem bestimmten Punkt pumpt diese das Abwasser ins Netz“, erklärt OeWa-Geschäftsführer Detlef Meyer, Ordnungsamtsleiter im Oebisfelder Rathaus. Wegen des hohen Grundwasserstandes – in dem Loch auf dem Hof von Jörg Hinze schon bei 1,20 Metern – und wegen der großen Abstände zwischen den Häusern in Buchhorst wird die Kanalisation als Druckwasserleitung angelegt.

Insgesamt 58 Häuser werden bis spätestens Ende Februar 2014 angeschlossen. In der Röwitzer Straße liegt bereits ein Kilometer Kanalisationsrohr, es wurde bei früheren Kabelarbeiten vorsorglich mit verlegt. Weitere 1800 Kilometer Druckleitung bringt die Greifswalder Firma noch im Ort unter die Erde. An der Kreuzung Röwitzer/Hauptstraße entsteht – ebenfalls unterirdisch – ein Hauptpumpwerk. Denn die Buchhorster Abwässer müssen ja in Richtung der Oebisfelder Kläranlage gepumpt werden.

An der knapp vier Kilometer langen Druckleitung nach Wassensdorf arbeitet parallel eine Firma aus Schneverdingen. Unter dem Mittellandkanal liegt bereits ein Leerrohr. Die anderen Gräben wurden bereits von einem ferngesteuerten Bohrer untertunnelt. Das eigentliche Verlegen des 75 Millimeter dicken Polyethylenrohrs und eines Steuerkabels geht innerhalb von zwei, drei Tagen vonstatten, wenn keine Hindernisse auftauchen, erklärt Martin Lepert: „Es wird einfach untergepflügt.“ Die Spezialmaschine wirft in einem Arbeitsgang den Graben auf und legt das Rohr hinein.

Von Gerhard Sternitzke

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