Wanderimker aus dem Landkreis Gifhorn weiß um die Vorzüge des Drömlings

Bienen füllen fleißig die Honigzellen: „Weil es hier so viel Natur gibt“

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Arbeiten eines Imkers im späten Frühjahr: Die Waben werden kontrolliert, ungewollte Weiselzellen, aus denen neue Königinnen schlüpfen könnten, werden entfernt. Die nächsten Tage wird dann der Rapshonig geschleudert.

Kunrau. „Es sieht gut aus“, freut sich Dieter Werner bei seinem nahezu wöchentlichen Kontrollgang im Drömling bei Kunrau, während er sich Wabe für Wabe seiner Bienenvölker ansieht.

Dieter Werner ist seit 21 Jahren Wanderimker. Einen seiner wenigen festen Standorte für seine Bienen hat er im Drömling bei Kunrau.

In den zurückliegenden Wochen haben seine Bienen fleißig die Honigzellen gefüllt – diese aber noch nicht komplett verdeckelt. „Sie sind also noch nicht reif zum Schleudern“, erläutert der 74-Jährige aus dem kleinen Ortsteil Stüde der Gemeinde Sassenburg im Landkreis Gifhorn im AZ-Gespräch. Nach einer wetterbedingt sehr schlechten Frühtracht („Alle Imker haben geklagt. “) erwartet der Stüder nach der nun zu Ende gegangenen Rapsblüte eine gute Honigernte.

Doch was treibt ein Niedersachse im etwa 30 Kilometer vom Wohnort entfernten Drömling? „Ich bin Wanderimker, und das schon seit 1994“, erklärt Dieter Werner. Die Imkerei sei eigentlich sein Hobby, mittlerweile aber schon fast ein Beruf, sagt der Rentner, der allein bei Kunrau 36 Bienenvölker stehen hat. Nahe des Drömlingsortes überwintern die Bienen nicht nur, von hier aus geht es für die Honigproduzenten auch zu weiteren Nahrungsgründen. Nun, nachdem der Raps auch seine letzten Blüten verloren hat, wird demnächst wieder gewandert. Zunächst zur Lindenblüte ins gut 100 Kilometer entfernte Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. „Und danach geht es zur Akazienblüte nach Fürstenwalde“, hat Dieter Werner bereits einen festen Ablauf im Jahresplan.

Durch die Wanderei kann der Imker viele verschiedene Honigsorten anbieten. Die Palette reicht von Akazien-, Buchweizen- und Klee- über Kornblumen-, Linden- und Löwenzahn- bis hin zu Raps- und Waldhonig. Doch die Wanderei birgt aber auch manche Tücken. So hatte Dieter Werner vor zwei Jahren mit der Amerikanischen Faulbrut zu kämpfen gehabt (AZ berichtete), wegen der ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern rund um Kunrau eingerichtet wurde. Die anzeigepflichtige Bienenkrankheit habe er sich auf einer seiner Touren eingehandelt, vermutet der Imker. Im vergangenen Frühjahr konnte schließlich wieder Entwarnung gegeben werden.

Mit Diebstahl gab es in all den Jahren trotz der regelmäßigen Standortwechsel noch keine Probleme. „Ich nutze größere Beuten, die ansonsten nur Berufsimker verwenden. Die sind schwerer und die Waben lassen sich nicht in andere Systeme umhängen“, verrät der 74-Jährige seinen Diebstahlschutz.

Warum er sich ausgerechnet den Drömling als Standort für seine Bienen ausgeguckt hat? „Weil es hier hier so viel Natur gibt und nicht so viel gespritzt wird“, weiß Dieter Werner um die Vorzüge des Niedermoorgebietes.

Von Matthias Mittank

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