Gerhard Walter aus Beetzendorf überraschte Post-Mitarbeiter und Klötzer Polizeibeamte

Weihnachtsmann sagte Danke

Die Polizeibeamten Karsten Luboch (l.), Michael Pleuß (r.) und Lutz Peters erfüllten dem Weißbärtigen einen Wunsch – einmal auf dem Fahrersitz des Polizeiautos Platz zu nehmen.

Klötze / Beetzendorf. Wenn am Heiligen Abend Bescherung unterm Tannenbaum ist, kann nicht jeder zu Hause bei seinen Liebsten sein. So mancher tauscht das traute Heim gegen den Arbeitsplatz. Beamte der Polizei schieben auf der Wache ihren Dienst.

In der Rettungsleitstelle des Altmarkkreises sind die Telefone besetzt und die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für den Ernstfall vorbereitet. Bereits in den Wochen vor Weihnachten haben vor allem die Mitarbeiter der Post alle Hände voll zu tun. Mehr als doppelt so viele Pakete wie in anderen Monaten müssen nun ausgefahren werden. Überstunden sind an der Tagesordnung. All denen Menschen zu danken, hat sich Gerhard Walter aus Beetzendorf auf die Fahnen geschrieben.

Nachdem im Vorjahr Leitstelle und DRK an der Reihe waren, wurden diesmal Post und Polizei mit Präsentkörben bedacht, die der Beetzendorfer aus der eigenen Tasche bezahlt. Auch Kindertagesstätten werden Besuche abgestattet, ebenso wie Familien. „Heilig Abend bringe ich bei acht Familien die Geschenke. Am Ersten Weihnachtstag habe ich weitere vier Aufträge“, blickt Gerhard Walter auf ein strammes Programm. Um allen gerecht zu werden, hat der Taxifahrer in der Weihnachtszeit extra Urlaub genommen.

In den beiden Postfilialen in Beetzendorf und Klötze war die Freude über den überraschenden Besuch des Weihnachtsmannes besonders groß. „Das habe ich in 35 Jahren nicht erlebt“, sagte Margrit Lindemann in Klötze. Deren Kolleginnen hatten sich spontan bereit erklärt, mit „So viel Heimlichkeit“ ein Weihnachtslied anzustimmen.

Dass der Weißbärtige selbst den Erwachsenen noch Respekt einflößt, zeigte sich gestern beim Besuch des Klötzer Polizeireviers. Denn dort nahmen die Beamten sofort Reißaus, als sie den Rotberockten im Eingangsbereich sahen. Freilich hatte Gerhard Walter seinen Besuch im Vorfeld angekündigt. „Nachher denken die noch, dass ich ein Terrorist bin“, vermutete der Vermummte im Gespräch mit der AZ. Auch ohne Gesang gab es eine kleine Anerkennung für die Polizei. Die Freude darüber war groß. „Normalerweise verteile ich zu Heilig Abend Geschenke an die Kollegen, nun ist mir der Weihnachtsmann zuvorgekommen“, schmunzelte Dienststellenleiter Michael Pleuß.

Von Matthias Mittank

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