Eckhard Schulze ist fortan für die Brandschützer im Klötzer Ortsteil verantwortlich / Einbau von Digitalfunktechnik beginnt

Wechsel an der Spitze der Kuseyer Wehr

Bürgermeister Matthias Mann gratulierte Eckhard Schulze zur Wahl in das Amt des Kuseyer Wehrleiters. Bislang war der Brandschützer stellvertretender Wehrleiter.

Kusey. Nach 13 Jahren Amtszeit hat der Kuseyer Wehrleiter Ralf Martelock sein Amt niedergelegt. Einstimmig wurde sein bisheriger Stellvertreter, Eckhard Schulze, bei der Jahreshauptversammlung der Kuseyer Wehr am Freitagabend zum neuen Wehrleiter gewählt.

Als sein Stellvertreter wird Rüdiger Wuttke fungieren, der ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Bürgermeister Matthias Mann und Ortsbürgermeister Klaus Vohs dankten dem scheidenden Oberhaupt der Feuerwehr für die gute Zusammenarbeit.

Die Kuseyer Feuerwehr hat momentan 39 Mitglieder. Von den 27 Einsatzkräften sind fünf Frauen. Zur Alters- und Ehrenabteilung gehören zwölf Mitglieder. Die technische Ausrüstung der Wehr ist gut, stellte der noch amtierende Wehrleiter Ralf Martelock fest. Lediglich bei der Einsatzbekleidung gebe es noch Bedarf. Nicht erfreut zeigte sich Ralf Martelock über die „von oben“ angeordnete Einführung der Digitalfunktechnik, die „viel kostet und voraussichtlich auch im nächsten Jahr noch nicht funktionstüchtig ist“.

Über die Einsätze der Wehr berichtete bei der Jahreshaupversammlung Henry Dankert. Zu zwölf Einsätzen wurde die Wehr gerufen. Gleich im Januar rückten die Kameraden zu einem vermeintlichen Brand aus, im April brannte das Osterfeuer vorzeitig. Es gab auch ein Feuer am ehemaligen Bahndamm im Ortsteil Lupitz. Im August war technische Hilfeleistung nach einem Unfall gefragt. Beim Unwetter am 24. August wurde die Wehr vier Mal alarmiert, um voll gelaufene Keller leer zu pumpen. Zehn Kameraden waren dabei Stunden im Einsatz.

Vier Mal wurden die Kameraden zu einem Einsatz bei Fricopan gerufen – jedes Mal war es ein Fehlalarm. Im Durchschnitt beteiligten sich an jedem Einsatz acht Kameraden. Bei der Tagesbereitschaft sieht es schlechter aus, da sind im Schnitt nur vier Kameraden vor Ort.

Eckhard Schulze gab einen Überblick zum Ausbildungsstand. Zwölf Ausbildungsabende sowie Dienstversammlungen fanden in 2011 statt, dabei wurden die Brandschützer in Theorie und Praxis geschult. Es gab eine Ganztagsausbildung mit den Nachbarwehren und eine Einsatzübung in Röwitz, an der die Wehren aus Neuferchau, Röwitz und Kusey beteiligt waren, wie Eckhard Schulze berichtete.

Für 2012 wurden wieder Alarmübungen in der Schule und im Hort angekündigt. Betriebe im Ort, wie Mesh Pack, Ibus oder die Bio-Raffinerie sollen besichtigt werden, um die Einsatzbegebenheiten kennen zu lernen, damit im Ernstfall schnell und richtig geholfen werden kann. Schwerpunkt in diesem Jahr soll die Ausbildung an den neuen Digitalfunkgeräten werden. Zudem müssten einige Atemschutzgeräteträger noch ausgebildet werden.

Der gegenwärtige Ausbildungsstand der Kuseyer Wehr sei gut, erklärte Eckhard Schulze. Viele Kameraden könnten die geforderten 40 Stunden für Aus- und Weiterbildungen nachweisen.

Der Jugendfeuerwehr gehören gegenwärtig ein Mädchen und drei Jungen an, erläuterte Alf Giggel. Aus so wenigen Mitgliedern habe die Jugendfeuerwehr in den vergangenen 20 Jahren noch nie bestanden, sagte er. Und dennoch hätten die jungen Brandschützer am Schneeflocken-Manöver teilgenommen. Zusammen mit Neuferchau wurde eine Mannschaft gebildet. Beim Stadtausscheid in Lockstedt belegte die Jugendfeuerwehr den ersten Platz. Auch in diesem Jahr werden die jungen Brandschützer zum Zeltlager nach Arendsee fahren.

Bürgermeister Matthias Mann dankte der Wehr für die geleistete Arbeit und die Einsatzbereitschaft. Er informierte darüber, dass es im Gebiet der Einheitsgemeinde Klötze 16 Feuerwehren mit mehr als 500 Kameraden gibt. Durch den Aufbau des Digitalfunks kommen Kosten von etwa 40 000 Euro auf die Stadt zu. Das Geld wird für die Anschaffung der Funkgeräte und deren Einbau in die Fahrzeuge, der jetzt beginnen soll, benötigt. Analog- und Digitalfunk sind dann parallel installiert.

Ortsbürgermeister Klaus Vohs appellierte an die Wehr, die zur Tradition gewordenen Veranstaltungen wie das Maibaumaufstellen oder das Osterfeuer weiterzuführen. „Jeder, der etwas im Ort machen will, sollte bei seinen Bemühungen unterstützt werden. Das Dorfleben muss erhalten bleiben“, so Klaus Vohs. Sätze, für die es Beifall gab.

Für 30 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurde Susanne Heller geehrt, Paul Martelock für 60 Jahre.

Von Wolfram Weber

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