Wassertretstelle am Tennisplatz

Die Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes hörten interessiert zu.

Klötze - Von Monika Schmidt. „Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass Kneipp aktueller ist denn je.“ Das sagte Dr. Wilfried Schielke bei seinem Vortrag bei der Selbsthilfegruppe des Blinden- und Sehbehindertenverbandes.

Er berichtete den Mitgliedern über das Gesundheitsprojekt, das er mit einigen Mitstreitern ins Leben rufen möchte. Die Stadt Klötze mit ihrem waldreichen Umfeld biete die idealen Bedingungen, um Kuren ganz im Sinne von Sebastian Kneipp anzubieten, davon ist der Klötzer Arzt überzeugt. Er rief den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe sein Konzept in Erinnerung, das er bereits 2008 im Stadtrat vorstellte. Seitdem bemüht sich der Internist um die Umsetzung des Vorhabens. Kurse zur Gesund-erhaltung, zur Prävention und zur Ernährung sollen angeboten und mit naturnahen Wanderungen und Wassertreten im Kneippschen Sinne verbunden werden. Dann sprang die Ernährungswissenschaftlerin ab. Wilfried Schielke wollte die Kurse selbst übernehmen, aber die Kassen weigerten sich, seine Qualifikation anzuerkennen. Er sollte eine Weiterbildung machen, dagegen sträubte er sich. „Ich habe 26 Weiterbildungen nach der Wende besucht“, berichtete Wilfried Schielke den SHG-Mitgliedern. Die Beharrlichkeit zahlte sich aus: Inzwischen hat er die Anerkennung als Ernährungsmediziner „ehrenhalber“ erhalten. Unter anderem auch deshalb, weil der Klötzer auf seine Diabetes-Studien zu DDR-Zeiten verweisen konnte. „Über die Anerkennung habe ich mich dolle gefreut“, sagte er. Wilfried Schielke ist zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr die ersten Gesundheitskurse in Klötze starten werden.

Bis es so weit ist, soll noch ein anderes Vorhaben auf dem Weg zum Kneipp-Kurort umgesetzt werden: eine Wassertretstelle. Wilfried Schielke hat inzwischen ein neues Objekt ins Auge gefasst. Der erste Plan, die Hirschwiese im Tierpark zu nutzen, scheiterte. Mit dem stattdessen vorgeschlagenen Platz neben dem Waldbad war der Doktor nicht so richtig glücklich. Die vorhandene Wassertretstelle an der Purnitz „funktioniert nicht. „Man kann nicht einfach ein Rohr in einen Bach legen und das Wasser umleiten“, findet der Vorsitzende des Freundeskreises Altmärkische Schweiz. Es müsse auch die Natur und Umgebung dazu passen. „Eine Wassertretstelle muss ein Ort zum Wohlfühlen sein“, erklärt Wilfried Schielke. Einen solchen hat der Verein bereits in Jemmeritz geschaffen. Nun soll in Klötze ein Wohlfühlort folgen: Von den Tennisplätzen, die vor Jahren unter Federführung von Wilfried Schielke entstanden sind, werden nur noch drei genutzt. Die anderen beiden liegen brach neben dem Zinnberg. Und eben dort soll nun die Wassertretstelle geschaffen werden, die Voraussetzung für die Umsetzung der Kneippschen Gesundheitslehre ist. Ein künstlicher Bachlauf in einer Gartenlandschaft mit Zen-Elementen soll geschaffen werden, kündigte Wilfried Schielke an. „Eine der schönsten Kneippanlage Deutschlands soll in Klötze entstehen“, so der Wunsch des Internisten. Derzeit ist er dabei, das Konzept fertig zu stellen, um es dem Stadtrat vorzustellen. Denn nur, wenn die Stadt mitzieht, kann das Vorhaben vom Kneipp-Kurort in die Tat umgesetzt werden.

Als ersten Schritt möchte Wilfried Schielke den Klötzer Bürgermeister Matthias Mann für die Idee begeistern. Er möchte ihn mitnehmen zu einem Vortrag nach Bad Schmiedeberg. Dort soll Wilfried Schielke über die Wassertretstellen in der Altmark referieren. „Bad Schmiedeberg ist das einzige Kneipp-Heilbad in Sachsen-Anhalt“, erläuterte der Klötzer Arzt. Wie die Anerkennung zustande kam und was die Stadt dafür leisten musste, das sollen der Klötzer Bürgermeister und weitere Begleiter bei der Reise erfahren. Mit etwa acht Vertretern aus Klötze möchte Wilfried Schielke den Ausflug unternehmen.

Bereits 2008 hatte er den Antrag an den Stadtrat gestellt, dass Klötze Kurort werden sollte. Bislang habe sich die Stadt dazu nicht positioniert, bedauert Wilfried Schielke. „Die wunderschönen Wälder in Klötze könnten viel mehr als Naherholungscharakter genutzt werden“, wünscht er sich. Wilfried Schielke ist zumindest auf einen Ansturm von gesundheitsbewussten Besuchern vorbereitet. „Ich habe schon 100 Seiten gefüllt, um den ersten Kursus mit zwölf Personen vorzubereiten“, verweist er auf einen dicken Ordner, in dem das Konzept für die Gesundheitskurse steht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare