Preise bei der Ausschreibung liegen weit über der Schätzung

Wasserfahrt-Ausbau in Klötze liegt auf Eis

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Nur gemeinsam: Stadt und Wasserverband haben den Ausbau des vierten Abschnitts der Wasserfahrt gemeinsam ausgeschrieben und wollen auch nur gemeinsam bauen. Nun haben beide einen Rückzieher machen müssen.

Klötze – Der Ausbau des vierten Abschnitts der Wasserfahrt in Klötze sollte in diesem Jahr die größte Straßenbaumaßnahme der Stadt werden, der Baustart war für das Frühjahr geplant. Doch nun liegt das Projekt erstmal auf Eis.

Im nichtöffentlichen Teil des Hauptausschusses von Mittwoch entschieden sich die Mitglieder des Gremiums nach Informationen der Altmark-Zeitung, die Ausschreibung aufzuheben und keine Vergabe zu tätigen.

Der Grund liegt in den rasant gestiegenen Baukosten. Im Haushalt der Stadt sind für das Projekt, das im Rahmen des Stadtumbau Ost umgesetzt wird, Gesamtausgaben von 957 464 Euro geplant. Geplant war, so war es dem Stadtrat im November vorgestellt worden, anknüpfend an den bisherigen Straßenausbau im Wohngebiet die Betonstraße bis zur Anbindung an die Friedenstraße durch eine neue Asphaltstraße zu ersetzen, die Gehwege zu erneuern und eine Bushaltestelle zu bauen.

Ebenfalls mit im Boot ist der Wasserverband. „Wir haben das als Gemeinschaftsmaßnahme ausgeschrieben“, informierte dessen Geschäftsführerin Birgit Lange am Donnerstag die Mitglieder der Verbandsversammlung. Part des Verbands ist es, die Versorgung mit Trink- und Abwasser sicherzustellen. Dazu sollte der Schmutzwasserkanal rekonstruiert und das neue Wohngebiet An den Kleingärten erschlossen werden.

„Wir haben gemeinsam mit der Stadt entschieden, nur gemeinsam zu vergeben“, so Birgit Lange weiter. Doch nach der Ausschreibung stand für den Wasserverband fest, dass die angebotenen Preise nicht zu bezahlen sind. Im Trinkwasserbereich lagen die Angebote mehr als 30 Prozent, im Abwasserbereich sogar mehr als 35 Prozent über der Kostenschätzung. „Das ist ein erschreckendes Ergebnis“, suchte die Geschäftsführerin nach passenden Worten. Der Wasserverband könne diese Mehrkosten von insgesamt 185 000 Euro nicht abdecken.

„Wir müssten andere Maßnahmen dafür zurückstellen“, erklärte Birgit Lange. Das könne aber auch nicht die Lösung sein. Deshalb, so schlug die Geschäftsführerin vor, soll die komplette Maßnahme im nächsten Investitionsplan des Verbandes neu und mit höheren Kosten noch mal eingeplant werden. „Es geht so nicht, wir können da nicht mitgehen“, unterstrich Verbandsvorsitzender Raimund Punke. Auch Horst Wienecke war eine Steigerung von 35 Prozent zu viel. „Das ist schon eine große Sache“, schätzte er ein. Es sollte auch versucht werden, die Fördermittel entsprechend anzupassen, wünschte er sich. Mit der Entscheidung, in diesem Jahr nicht zu bauen, waren alle Mitglieder einverstanden.

VON MONIKA SCHMIDT

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