Klötzer Bibliothek erhält 10 000 Euro für neue Medien

Wie warme Semmeln: Hörbücher

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Büchereileiterin Iris Wienecke kann dank Zuschuss für 10 000 Euro aktuelle Bücher für ihre Leser anschaffen: „Was geht, sind Krimis, Thriller, kompakte Reiseführer und Ratgeber. Hörbücher gehen weg wie warme Semmeln.“

Klötze. Iris Wienecke weiß genau, was Klötzer gerne lesen. Denn die Benutzer der Bibliothek fragen nach, wenn neue Bücher erscheinen, ob sie sie an der Breiten Straße entleihen können.

Auf der Anschaffungsliste der Büchereileiterin stehen Titel wie „Todesmelodie“ (Andreas Franz), „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (Jonas Jonasson) oder „Gregs Tagebuch“, Band sechs. Möglich macht es ein Förderprogramm des Landes Sachsen-Anhalt, das der Bibliothek 10 000 Euro für Medien beschert.

„Im vorigen Jahr hatte ich nur 3 450 Euro“, rechnet Iris Wienecke vor. Davon sei schon mehr als die Hälfte für Zeitschriftenabonnements draufgegangen. „Da war nur das Allernötigste drin.“ In der vorigen Woche traf nun der Förderbescheid über 5 000 Euro für Neuanschaffungen im Rathaus ein, weitere 5 000 gibt die Stadt dazu. Eine Summe, mit der die Büchereileiterin aktuelle, bei Großen und Kleinen begehrte Titel anschaffen will, meistens übrigens aus der örtlichen Buchhandlung.

Das Internet hat die Nachfrage verändert. „Die Leute fragen nach Belletristik. Bei den Sachbüchern halten wir uns mit Anschaffungen zurück, weil die Leute heute vieles im Internet lesen“, berichtet Iris Wienecke. „Das Internet ist immer aktuell. Wenn ein Buch gedruckt wird, ist es schon veraltet.“

Trotzdem gibt es immer noch 1000 Nutzer vom Kind bis zum Rentner, die nicht nur das klassische Buch zwischen zwei Deckeln suchen. „Was geht, sind Krimis, Thriller, kompakte Reiseführer und Ratgeber. Hörbücher gehen weg wie warme Semmeln“, weiß Iris Wienecke. Grundsätzlich ist bei den Erwachsenen gepflegte Unterhaltung gefragt. Man will beim Lesen entspannen.

Kinder suchen dagegen auch handfestes Wissen, wenn sie Referate vorbereiten. Ob flugunfähige Vögel oder Echsen – in der Klötzer Bibliothek finden sie die gesuchten Informationen. Erneuert werden müssen auch die Erstlesebücher. Sie enthalten noch die alte Rechtschreibung.

Mit den Geldmitteln im Rücken will die Büchereileiterin drei E-Books anschaffen. Auch wenn sie persönlich das Gefühl liebt, ein richtiges Buch in den Händen zu halten: „Das E-Book wird die Zukunft sein. Wir können damit unser Angebot mit einem relativ geringen Aufwand aktuell halten.“ Auf dem handlichen digitalen Lesegerät werden die Klötzer zukünftig bis zu drei Bücher entleihen. Später, wenn die E-Reader weiter verbreitet sind, werden die Nutzer die Titel direkt über das Internet zur Entleihe herunterladen. Nach einem Monat werden die Dateien automatisch gelöscht. Eine Fristverlängerung ist jedoch nicht möglich.

Von Gerhard Sternitzke

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