Walbecker Neubau rutscht ins Jahr 2020 / Allerquerung in Weferlingen rückt vor

Walbeck: Streit um den Brückenbau

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Bereits seit 2014 steht die Sanierung der Weferlinger Allerbrücke auf der Prioritätenliste der Einheitsgemeinde. Immer wieder musste das Vorhaben allerdings verschoben werden.

Weferlingen / Walbeck. Da staunte Walbecks Ortsbürgermeister Martin Herrmann nicht schlecht, als er die seit 2017 gesperrte Brauhofbrücke in seinem Ort nicht auf der Prioritätenliste im Haushalt für 2019 fand, sondern erst für das Jahr 2020.

Auch sein Fraktionskollege Martin Krems-Möbbeck hatte für die Verschiebung auf das Jahr 2020 wenig Verständnis und äußerte während der Stadtratssitzung am Dienstag seinen Unmut. Stattdessen soll im kommenden Jahr die Allerbrücke im Weferlinger Ortskern saniert werden. Stadtkämmerin Regina Sobeck begründete die Verschiebung der Walbecker Immobilie mit der Haushaltskonsolidierung, an die sich die Kommune streng halten müsse, und der damit verbundenen finanziellen Ausstattung, die für 2019 keine finanziellen Spielräume für den Ersatzneubau der Walbecker Überfahrt zulässt. Wie Bürgermeister Hans-Werner Kraul betonte, handelt es sich bei der Weferlinger Brücke um eine Sanierungsmaßnahme und nicht um einen Ersatzneubau, die sich momentan noch im finanziellen Rahmen hält. „Wenn wir die Sanierung weiter verschieben, wird sie von Jahr zu Jahr auch immer teurer“, sagte das Stadtoberhaupt. Wie Sabine Fischer aus dem städtischen Bauamt informierte, sind die sogenannten Brückenkappen, die Gehwege rechts und links über der Überführung, defekt. Aber auch das Geländer müsste instand gesetzt werden. Nach den gegenwärtigen Planungen beläuft sich die Maßnahme auf etwa 150.000 Euro, die aus der Stadtkasse komplett und ohne Fördermittel bezahlt werden müssen.

Bei der Walbecker Brauhofbrücke kommt nach dem momentanen Stand nur ein Ersatzneubau in Frage. Doch auf Fördermittel kann die Stadt dabei kaum hoffen, so Sabine Fischer, weil solche innerörtlichen Überfahrungen mit relativ wenig Fahrzeugverkehr kaum gefördert werden. Also muss die Einheitsgemeinde den Bau aus eigener Tasche bezahlen. Nach den ersten Planungen gibt es mehrere Varianten. Dabei belaufen sich die Kostenschätzungen von 400.000 bis zu einer Million Euro. Ein schwieriger Kraftakt angesichts der Haushaltskonsolidierung, den die Kommune noch bis 2022 bewältigen muss. Zum Thema Investitionen verlangte Martin Herrmann bis Ende November vom Einheitsgemeinde-Bürgermeister eine Auflistung aller investiven Maßnahmen der zurückliegenden fünf Jahre in den einzelnen Orten der Großkommune.

Mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmte der Stadtrat der Haushaltssatzung 2019 zu. Doch zuvor entfachte sich eine Diskussion. SPD-Stadtrat Sven Groneberg betonte, dass die Frist, den Haushalt bis zur Sitzung genau zu lesen, zu kurz war. Finanzausschussvorsitzender Jörg Thilo Walther und auch CDU-Stadtrat Jürgen Böttcher kritisierten, dass vonseiten der Stadt- und Ortschaftsräte wenig Interesse an der Haushaltslesung im Vorfeld bestanden hätte. „Fragen zum Haushalt sollten nicht während der Beschlussfassung, sondern während der Lesung gestellt werden“, sagte Walther und betonte, dass nur drei Ortsbürgermeister bei der Haushaltsaufstellung 2019 anwesend waren.

Von Henning Lehmann

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