Norbert Nieder rechnet nicht mit einer generellen Osterfeuer-Absage

„Das wäre doch Quatsch“

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Bis das geschredderte Holz abgefahren ist, bleiben die Betonpfeiler liegen. Dann soll der Kuseyer Osterfeuerplatz mit einem Zaun abgesperrt werden und nur noch eine kontrollierte Anlieferung möglich sein. Foto: Archiv

Kusey – Dass Klaus Vohs bei der jüngsten Stadtratssitzung die Zukunft aller Osterfeuer infrage gestellt hatte (wir berichteten), ist eine Sorge, die der Kuseyer Ortsbürgermeister Norbert Nieder nicht teilt.

Bei der Ortschaftsratssitzung am Dienstagabend griff er das Thema aus der Stadtratssitzung in Quarnebeck noch einmal auf.

Die Aussagen, warum das Kuseyer Osterfeuer im Herbst letztendlich nicht abgebrannt wurde, gehen dennoch weiter auseinander. „Es lagen alle Genehmigungen vor und die Anforderungen waren alle erfüllt“, erklärte Norbert Nieder. Mündlich hatte die Feuerwehr ihm das Abbrennen zugesagt, „dann gab es die Absage.“ Alf Giggel von der Feuerwehr schilderte den Werdegang noch einmal im Detail: „Die Auflagen waren nicht erfüllbar, deshalb haben wir gesagt, wir machen das nicht“, erklärte er. Das geforderte Umstapeln wäre noch zu bewältigen gewesen, aber die Wehr hätte zudem eine Mauer als Schutz bauen müssen und es wurde bei Nichteinhaltung eine Geldstrafe angedroht. Erst nachdem die Feuerwehr das Abbrennen abgesagt hat, habe die Stadt ihre Genehmigung für das Feuer wieder zurückgezogen, erklärte Alf Giggel.

„Was ist nächstes Jahr mit den Osterfeuern? Wird es dann wieder solche Auflagen geben?“, wollte Alf Giggel wissen. Das verneinte der Kuseyer Ortsbürgermeister ganz entschieden. „Das wäre doch Quatsch“, sagte Norbert Nieder. Schließlich werde im nächsten Jahr alles dafür getan, dass nicht wieder solch ein großer Haufen an Brennmaterial zusammenkomme. „Das war schon kein Osterfeuer mehr, sondern eine Müllkippe“, schaltete sich auch Wolfgang Mosel in die Debatte ein. Er könne sich nicht vorstellen, dass es noch einmal so hohe Auflagen ans Abbrennen gibt, wenn in Zukunft das Material kontrolliert zum Osterfeuerplatz angefahren werde, erklärte Wolfgang Mosel. „Wir müssen uns da an die eigene Nase fassen, dass wir es von so vielen Leuten haben beliefern lassen“, meinte das Kuseyer Ortschaftsratsmitglied weiter. Mosel fand die generelle Entscheidung der Stadt, alle Osterfeuer abzusagen, falsch. Er würde sich wünschen, dass die Entscheidung, ob ein Feuer abgebrannt wird oder nicht, vom jeweiligen Ortswehrleiter getroffen wird. Dem widersprach Alf Giggel, der auf die hohe Verantwortung hinwies, die mit dieser Entscheidung einhergeht.

Für nächstes Jahr soll in Kusey alles besser werden, darüber waren sich die Ortschaftsräte einig. „Wir sollten mit den Schuldzuweisungen aufhören“, bat Wolfgang Mosel. Der Osterfeuerplatz sei schnell mit Betonpfählen abgesperrt worden, so dass kein Unrat mehr angeliefert werden kann. Wie Ortsbürgermeister Norbert Nieder informierte, wird künftig erst sechs Wochen vor Ostern eine kontrollierte Anlieferung in Kusey möglich sein. Der Osterfeuerplatz wird, sobald der geschredderte Haufen verschwunden ist, mit einem Zaun abgesperrt.

„Wir sollten einen Schlussstrich ziehen. Alle Vereine und Ortsansässigen sollten an einem Strang ziehen“, so der Wunsch des Ortsbürgermeisters. „In Zukunft ist das Osterfeuer ein relativ kleiner Haufen, der runter brennt“, versicherte Norbert Nieder den Einwohnern.

VON MONIKA SCHMIDT

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