Zuzug kommt aus den neuen Bundesländern / Seit der Fusion 2010 verlor die Einheitsgemeinde 318 Bürger

VW-Werk beschert Oebisfelde Neubürger

+
Die Arbeitsplätze im Volkswagenwerk und bei den Autozulieferern sind dafür verantwortlich, dass die Stadt Oebisfelde seit 2010 gegen den Trend 52 Bürger hinzugewonnen hat.

Oebisfelde. Oebisfelde profitiert von der Lage an der Grenze zu Niedersachsen. Während die Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen seit der Fusion zum 1. Januar 2010 318 Einwohner verlor, gewann die Allerstadt 52 Einwohner hinzu.

Allein seit dem Vorjahr waren es 20 Bürger mehr. Zurzeit leben 4714 Menschen in Oebisfelde. Das weist die aktuelle Einwohnerstatistik mit Stand vom 31. Dezember 2013 aus.

Auch wenn sich das Wachstum lediglich auf gut ein Prozent innerhalb von vier Jahren beläuft, ist Bürgermeisterin Silke Wolf erfreut über diese Zahl. „Wir hoffen, dass die Positiventwicklung des grenznahen Bereichs anhält“, sagte sie der Altmark-Zeitung. „Von der Wohnungsbaugesellschaft Oebisfelde wissen wir, dass die Wohnungen fast komplett vermietet sind.“

Was Oebisfelde so attraktiv für Neubürger macht, sind offenbar die nahen Arbeitsplätze bei Volkswagen Wolfsburg und den zum Teil auch im Oebisfelder Raum ansässigen Autozulieferern. Zuzug aus Niedersachsen gibt dennoch so gut wie nie. „Wir haben viel Zuzug aus den neuen Bundesländern“, meldet Bürgermeisterin Wolf. Dabei bietet die Allerstadt deutlich günstigere Mieten als die VW-Stadt.

Die Stadt Oebisfelde-Weferlingen bemüht sich aktiv um Neubürger, die im Rathaus anrufen. So stellt manchmal sogar die Bürgermeisterin persönlich den Kontakt zu einem potenziellen Arbeitgeber oder zur Wobau her. „Man will ja helfen“, meint Silke Wolf. Größtes Problem: In der Stadt fehlen Bauplätze. Allein im vorigen Jahr habe es 25 Anfragen nach Grundstücken gegeben. Die Verwaltung hat deshalb gezielt Privatleute angesprochen, ob sie Bauplätze verkaufen.

Von dem Einwohnerzuwachs der Stadt haben die übrigen Orte der Einheitsgemeinde nicht profitiert. Diese schrumpfte von 14 234 Einwohnern zum 1. Januar 2010 auf 13 916 Ende 2013. Das sind 318 Bürger weniger (seit dem Vorjahr allein 74).

Die meisten Bürger verloren Walbeck (-43), Hörsingen (-41), Weferlingen (-37) und Wassensdorf (-37). Einen wenn auch geringen Zuwachs verzeichneten Kathendorf (+5), Niendorf (+2) und Seggerde (+2).

Oebisfelde ist weiterhin der größte Ort vor Weferlingen (1976 Einwohner). Über 500 Einwohner zählen auch Walbeck (687), Hörsingen (566) und Weddendorf (541). Kleinste Ortschaft der Einheitsgemeinde ist Bergfriede mit 93 Bürgern.

Einen deutlichen Rückgang weist die Statistik bei den Geburten aus. Ganze 77 neue Erdenbürger registrierte die Stadt Oebisfelde-Weferlingen für 2013, im Vorjahr waren es noch 115.

Von Gerhard Sternitzke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare