Votum für die Kita Jahrstedt

Der Klötzer Bauamtsleiter Dieter Neuschulz erläuterte an der Immekather Kindertagesstätte die Bauvorhaben. Während sich Immekaths Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz (l.) für den Bau der Terrassenüberdachung aussprach, plädierte Bürgermeister Matthias Mann (r.) für die Komplettsanierung der Kita Jahrstedt.

Immekath - Von Peter Lieske. Die komplette Fassadendämmung der Kindertagesstätte in Jahrstedt oder eine Terrassenüberdachung für die Kita Immekath – Das ist die wohl brennendste Frage derzeit in der Stadt Klötze.

Bürgermeister Matthias Mann hatte den Hauptausschuss und weitere Stadtratsmitglieder, am Mittwochabend zu einem Vor-Ort-Termin nach Immekath in die Kita eingeladen. Dort wurden die Stadträte bereits von Elternvertretern und Erziehern erwartet. Auf der Terrasse der Einrichtung erläuterte der Bürgermeister das Umschwenken seines Hauses. So mache es keinen Sinn, nur einen Teil der Fassade der Kita in Jahrstedt zu sanieren, weil dadurch der Energiespareffekt ausbliebe.

Die Sanierung zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen, sei zwar möglich, aber zum einen wisse niemand, ob und wann es noch einmal Fördermittel gibt, und zum anderen werde die Unterbrechung der Maßnahme teurer, schon wegen einer erneuten Ausschreibung wie auch Baustelleneinrichtung (wir berichteten). Er habe aber Verständnis für die Belange der Immekather, denn „jeder sieht es nach seiner Wichtigkeit anders“.

Sollte sich der Stadtrat für Immekath entscheiden, dann hätte das die Konsequenz, dass die Kita Jahrstedt eben nur zum Teil saniert wird oder aber gar nicht. Er betonte aber, dass die Jahrstedter Einrichtung vom Schimmelpilz befallen und das Mauerwerk feucht sei. Eine Sanierung sei also auch zum Wohle der Kinder erforderlich.

Das Wohl der Kinder sahen hingegen die Immekather lediglich bei einer Investition der Kita in ihrem Dorf berührt. In Jahrstedt gehe es lediglich um das Einsparen von Energiekosten, die im Jahr nicht sehr hoch seien. In Immekath hingegen sei die „Lebensqualität der Kinder eingeschränkt“, wenn sie auf die Überdachung verzichten, stellte Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz die Sichtweise der Immekather dar. Nach einem Wortgefecht zwischen dem Stadtoberhaupt und dem Ortsbürgermeister über das Einbringen einer großen Rücklage und das Tilgen von Schulden ging es nach Klötze.

Ins Rathaus waren auch mehrere Immekather gekommen. In der Einwohnerfragestunde griffen sie noch einmal ihre Forderung auf. Bei den längeren Debatten kam immer wieder die neue Überdachung der Kita Spatzennest in Klötze zur Sprache. Wenn dort 60 000 Euro ausgegeben werden konnten, weshalb habe die Kita Immekath nicht den gleichen Anspruch, und das zu einer viel geringeren Summe, hieß es. Das eine sei mit dem anderen nicht vergleichbar, erläuterte Bauamtsleiter Dieter Neuschulz, da es sich in beiden Fällen um völlig unterschiedliche Förderprogramme handelt.

Bevor der Hauptausschuss seine Empfehlung abgab, machte Hans-Jürgen Zeitz seinem Ärger noch einmal Luft. Ihn habe gestört, dass kein Wort der Entschuldigung gefallen ist und niemand darauf verwiesen hat, die Überdachung zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, wenn denn das Geld in Jahrstedt bleiben soll. Diesen Satz griff Ausschussmitglied Marco Wille aus Quarnebeck auf. Er tendiere „im Zwang energiesparender Maßnahmen“ nach Jahrstedt. Dennoch müsse „die Kita Immekath dringend Diskussions-Thema sein“.

Darauf wollte sich Stefan Thodte nicht festlegen. Die Wärmedämmung sei sinnvoller, meinte er. Er könne aber nicht sagen, ob im nächsten Jahr noch Geld vorhanden ist, um damit die Immekather Überdachung zu bauen. Ganz heraus hielt sich Carsten Behrend. Er enthielt sich der Stimme „in Unkenntnis der Lage in Jahrstedt“.

Bei fünf Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen von Franz-Hermann Wegner aus Hohenhenningen und Hans-Jürgen Zeitz sowie der Enthaltung von Carsten Behrend wurde dem Stadtrat empfohlen, die Mittel aus dem Konjunkturpaket II von Immekath, Dönitz und Ristedt für die Sanierung der Kita Jahrstedt umzuschichten.

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