Eichenprozessionsspinner im Drömling

Kunrauer Eltern waren vor Gesundheitsgefährdung

Das heruntergefallene Nest der Eichenprozessionsspinner-Raupen. Im Kunrauer Park und im Drömling sorgen die Nester für eine Gesundheitsgefährdung.
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Aus den heruntergefallenen Nestern des Eichenprozessionsspinners fliegen die Brennhaare durch die Luft.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Rote Pusteln bildeten sich auf den Körpern Kunrauer Kinder, nachdem sie einen Ausflug in den Park unternommen hatten. Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners sorgen schon vor dem Beginn des Frühjahrs für eine Gesundheitsgefährdung. Die Kunrauer Eltern warnen deshalb.

Kunrau – „Wir wollen die anderen Eltern warnen“, erklärt Thomas Beneke. Denn obwohl der Frühling noch gar nicht richtig ausgebrochen ist, bereitet der Eichenprozessionsspinner in Kunrau schon große Probleme. Vor allem im Park und an den Wegen, die in den Drömling bis zum Hahnenberg führen, ist die Situation dramatisch. „Es sind die heruntergefallenen Nester, die Probleme bereiten“, sagt Thomas Beneke, Mitglied im Kunrauer Ortschaftsrat. Gemeinsam mit anderen Ortschaftsräten setzt er sich dafür ein, dass die heruntergefallenen alten Nester des Schädlings aufgesammelt und entsorgt werden. Vor den Osterferien machten Grundschüler einen Ausflug in den Park. Die Konsequenz: Mehrere Kinder waren anschließend von Pusteln am Körper übersät. Die Eltern wollten es erst gar nicht glauben, aber sahen es mit eigenen Augen: Auch bei kalten Temperaturen sind die Härchen der EPS-Raupen eine Gefahr für die Gesundheit. Die Eltern und Ortschaftsräte informierten sich bei der Biosphärenreservatsverwaltung in Oebisfelde. Dort erfuhren sie, dass die Gefahr durch die Härchen fast das ganze Jahr besteht. Der kalte und lange Winter brachte keine Entspannung, sondern verschlimmerte die Situation noch. Wenn ab April die Raupen schlüpfen bis sie sich im August in Falter verwandeln, sind die Härchen unterwegs. Und sie bleiben in den alten Gespinsten, die die Raupen verlassen haben, hängen. Durch den starken Wind in den vergangenen Tagen fielen viele Nester zu Boden, die Härchen konnten sich weiter ausbreiten. „Es wäre effektiver, wenn die Nester im Juli abgesaugt werden, bevor die Eier gelegt werden“, hat Thomas Beneke in Erfahrung gebracht. Dann könnte die EPS-Gefahr langsam ausgerottet werden. Thomas Beneke und Ralf Kuske warnen die Kunrauer, ihre Kinder derzeit im Park und an den Wegen spielen zu lassen. Vor allem sollten die heruntergefallenen Nester nicht zerstört oder angefasst werden.

Finanzielle Unterstützung aus Magdeburg nötig

„Jahr für Jahr pumpt die Stadt Gelder in die Bekämpfung, aber EPS geht nicht weg“, bedauert Ralf Kuske. „Es geht um die Gesundheit der Bürger“, betont er. Deshalb sollte die Stadt schnell reagieren und die Nester einsammeln, appellieren die Kunrauer. Sie wünschen sich, dass sich auch das Land einschaltet und die Bekämpfung finanziert. Aber die Behörden aus Magdeburg wissen oft nicht, wie dramatisch die EPS-Lage im Drömling tatsächlich ist. „So schlimm wie in Kunrau ist es sonst nirgends in der Region“, sind die Kunrauer überzeugt. Sie wollen beharrlich den Finger in die Wunde legen, damit sich die EPS-Situation in Kunrau im Sommer verbessert.

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