Stadtrat unterstützt Forderung

Vollständige Auskofferung des „Silbersees“ in Brüchau

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Mit dem Plakat, das die Kakerbecker Kita-Kinder zum Silbersee gestaltet haben, unterstrichen Steffen Lötge und seine Mitstreiter ihren Wunsch nach Unterstützung durch den Klötzer Stadtrat. 

Klötze / Brüchau – Auf Unterstützung von den Nachbarn hoffen Steffen Lötge, Mitglied im Kakerbecker Ortschaftsrat, und die Anwohner aus Brüchau.

Denn die Ansichten der Betroffenen aus dem Altmarkkreis und der Landesregierung aus Magdeburg gehen beim Thema Brüchauer „Silbersee“ weit auseinander.

Auf Antrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Uwe Harms informierte Steffen Lötge die Mitglieder des Klötzer Stadtrates über den Stand der Dinge. „Im Silbersee lagert ein wahrer Giftcocktail“, beschrieb er den Stadträten, während seine Mitstreiter das Transparent der Kita-Kinder aus Kakerbeck enthüllten. „Sollen wir die Suppe auslöffeln, wenn wir groß sind?“, fragt darauf der Nachwuchs. „Weil die Kinder noch nicht schreiben können, haben sie mit Handabdruck unterschrieben“, erklärte Steffen Lötge derweil.

„Das Transparent soll aufrütteln. Die Kinder werden später die Frage nach den Verantwortlichen stellen“, sagte der Kakerbecker weiter. Untersuchungen haben ergeben, dass die Mergelschicht des Sees nicht dicht ist, die eingelagerten Schadstoffe können ins Grundwasser eindringen. Deshalb fordern die Anwohner aus Brüchau und Umgebung mit Unterstützung des Altmarkkreises, die toxischen Inhaltsstoffe in einer Deponie zu sichern. „Es gibt Kräfte im Land, die den Silbersee nur gegen Niederschläge absichern wollen“, erinnerte Steffen Lötge. Der Altmarkkreis jedoch favorisiere als Vorzugsvariante „die vollständige Auskofferung.“ Dazu soll bei der nächsten Kreistagssitzung eine Resolution beschlossen werden, die diese Forderung untermauert. „Unterstützen Sie uns, die Position des Landkreises zu stärken“, wünschte sich Steffen Lötge von den Klötzer Stadträten. Bei einer Neuauflage der sogenannten „Kalbe-Runde“ am 29. April um 19 Uhr im Kakerbecker Dorfgemeinschaftshaus will Wirtschaftsminister Armin Willingmann neue Erkenntnisse zu Brüchau vorstellen.

„Wir haben schon 2017 versucht, festzuhaltende Fakten zu schaffen“, erinnerte Horst Wienecke, der neben seiner Funktion als Stadtrat auch Vorsitzender des Umweltausschusses des Kreises ist. Das sei damals nicht gelungen. Es habe sich keiner der Verantwortliche auf eine Jahreszahl, wann die Auskofferung umgesetzt wird, festnageln lassen. „Daran hat sich bis heute nichts geändert“, bedauerte er. Zwar sei das Bergbauamt Träger des Verfahrens, aber der Altmarkkreis habe bei eigenen Untersuchungen bereits festgestellt, dass es einen Abfluss aus dem See gibt.

„Deshalb dürfen wir uns nicht mit dem Abdecken zufriedengeben“, betonte Horst Wienecke. Alle Kreistagsmitglieder seien aufgefordert, zu der Versammlung nach Kakerbeck zu kommen, um Druck gegenüber dem Land aufzubauen, erklärte der Steimker weiter und er versicherte: „So lange wir in dem Gremium sind, werden wir uns weiter dafür einsetzen und da dranbleiben.“ Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski regte an, dass auch eine Abordnung des Klötzer Stadtrates zu der Zusammenkunft nach Kakerbeck fahren sollte. „Wir sind über Neuendorf ja schließlich auch Anrainer“, erinnerte er.

Bürgermeister Uwe Bartels schlug vor, dass sich der Klötzer Stadtrat der Resolution des Altmarkkreises anschließen sollte. Da sich aber Steffen Lötge noch Änderungen in dem Text wünschte, sei es auch möglich, dass der Klötzer Stadtrat eine eigene Resolution beschließt, verständigten sich die Stadtratsmitglieder. Über die genaue Formulierung soll es noch Abstimmungen zwischen der Verwaltung und den Brüchauern geben.

VON MONIKA SCHMIDT

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