Künftiges Tourismus- und Vermarktungskonzept soll Ideen bündeln

Vier Kommunen – ein Ziel: Drömling bekannt machen

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Das Land der 1000 Gräben mit drei Prozent „Urwald“ in der Kernzone soll künftig bekannter gemacht werden. Die vier Anrainer-Kommunen wollen ein gemeinsames Tourismuskonzept entwickeln lassen, um ihre Ideen zu bündeln.

Klötze / Drömling. Beim Elbe-Hochwasser wurde es wieder besonders deutlich: Radtouristen, die auf dem Elberadweg unterwegs waren und von den Wassermassen gestoppt wurden, legten die Veranstalter nahe, in benachbarte Regionen auszuweichen.

Zum Beispiel in den Drömling. „Wo ist das denn?“, lautete vielfach die Frage. Wer den Weg in den Naturpark wagte, wurde durch viel Natur belohnt. Die Radler waren begeistert. „Der Drömling ist nur regional bekannt, das merken wir immer wieder“, erklärte der Leiter der Naturparkverwaltung, Fred Braumann, den Klötzer Stadträten. Sie sollen in der kommenden Woche ihre Zustimmung für die Beteiligung der Stadt Klötze an einem Tourismus- und Vermarktungskonzept für den Drömling geben. Bislang stand im Naturpark vor allem der Schutz der Natur im Mittelpunkt der Projekte. Mit der geplanten Umwandlung in ein Biosphärenreservat soll der Tourismus und die Vernetzung von regionalen Angeboten stärker in den Blickpunkt gerückt werden. Einige Ideen stellte Fred Braumann den Stadträten schon vor, weitere soll ein externes Büro entwickeln, das mit der Erstellung des Tourismuskonzepts beauftragt wird. 2500 Euro muss die Stadt Klötze dafür zahlen, ebenso wie die drei anderen beteiligten Anrainer-Kommunen Oebisfelde-Weferlingen, Gardelegen und Calvörde.

Ausgebaut werden soll beispielsweise das Angebot Gänse zunächst in der Flachwasserzone in Mannhausen zu beobachten und anschließend zum Gänse-essen in eine Gaststätte einzukehren. Auch für die Heckrinder, die im Drömling weiden, ist ein ähnliches Angebot geplant: Erst bei einer Wanderung beobachten, dann frische Rinderroulade verspeisen. „Die Idee richtet sich zum Beispiel an Landes- und Bundestagungen verschiedener Verbände“, erläuterte Fred Braumann. „An Leute, die bereit sind, für das Essen etwas Geld auszugeben.“ 20 bis 30 Termine im Jahr mit je 50 bis 100 Teilnehmern könnte er sich vorstellen. Wichtigste Aufgabe des neuen Konzeptes ist es, die bisherigen Gebietsgrenzen zu überwinden. So gibt es zwar viele Radwanderkarten über den Drömling, aber jeder Tourismusverein kocht dabei sein eigenes Süppchen. Künftig sollen die Touren und die Radwege besser vernetzt werden. Der Ländliche Wegebau, über den viele Verbindungen zum Radfahren gut befestigt wurden, spielt dabei eine weitere wichtige Rolle.

„Derzeit sind einige Touren der Vereine nicht mehr unterhalten oder Wege durch die Flurbereinigung verlegt worden“, erklärte Fred Braumann. Das soll aktualisiert werden. Denkbar sind auch thematische Führungen, die von ehrenamtlichen, geschulten Führern begleitet werden. „Das läuft in anderen Schutzgebieten gut“, weiß der Naturparkleiter. Themen gebe es genügend. zum Beispiel die drei Prozent „Urwald“ in der Kernzone des Drömlings, die bislang praktisch gar nicht vermarktet werden, räumte Fred Braumann ein. Der Antrag auf eine Förderung des Tourismuskonzeptes ist schon gestellt. Vom Wirtschaftsministerium gab es zuvor wichtige Hinweise, unter anderem wurde angeregt, eine Gästebefragung zu machen. Auch sie soll von dem externen Büro übernommen werden, das für 50 000 Euro die Studie erstellen soll. Bei einer 80-prozentigen Förderungen bleiben 10 000 Euro übrig, die sich die vier Kommunen teilen. Der Hauptausschuss berät am morgigen Mittwoch über die Beteiligung der Stadt Klötze.

Von Monika Schmidt

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