Obermeister der Kfz-Innung Altmark West zur Zukunft des Treibstoffs

Diesel: Die Verunsicherung ist groß

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Bei den Mitgliedern der Kfz-Innung Altmark West herrsche große Verunsicherung, so Obermeister Martin Förster.

Altmarkkreis. „Die Kollegen in den Innungsbetrieben müssten jeden Tag in Sachen Diesel argumentieren. Sie stehen in den Werkstätten mit dem Rücken zur Wand“, sagt Martin Förster, Obermeister der Kfz-Innung Altmark West.

Spätestens seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von Ende Februar, das den Kommunen als letzte Maßnahme erlaubt, in bestimmten Bereichen Fahrverbote gegen dreckige Dieselfahrzeuge (zu hoher Ausstoß von Stickoxiden) zu verhängen. Das ist in der Altmark laut der Werte der Messstelle des Umweltbundesamtes in Stendal kaum zu befürchten.

Dennoch, die Verunsicherung bei Kunden und Betrieben sei groß, berichtet Förster. Von den 80.085 im Altmarkkreis angemeldeten Fahrzeugen sind 26.651 mit einem Dieselmotor unterwegs, teilt die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises mit. Jeder dritte Fahrzeughalter fährt also einen Diesel. „Die Menschen auf dem Land brauchen den Diesel“, sagt Förster. Dennoch würden viele Leute in den 60 Innungsbetrieben in der Altmark West fragen, was denn nun mit ihren Dieselautos sei, die nicht die Euro 6-Norm erfüllten. Wer seinen Diesel 5 mit modernster Technik nachrüste, habe bessere Stickoxid-Werte als ein Diesel 6, weiß Martin Förster. Ob man sich einen Diesel kaufen oder seinen alten mit erheblichen Abschlägen verkaufen soll? Förster kann keinen eindeutigen Rat geben. „Man soll auf sein Bauchgefühl hören. Wir wissen ja auch nicht, was in drei oder fünf Jahren ist“, so der Obermeister. Nur so viel: „Wir in der Kfz-Innung haben derzeit ein schlechtes Gefühl.“

Von Jens Schopp

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