Vernunft statt Schilder

Von Chaos ist in dieser Woche an der Straße der Jugend nichts zu erkennen. Dass ist nicht verwunderlich, denn es sind Ferien. In der Schulzeit wird es an der Straße vor den Schulen mitunter gefährlich.

Klötze - Von Peter Lieske. Seit die Grundschule in Klötze an die Straße der Jugend umgezogen ist, geht es vor allem in den frühen Morgenstunden, wenn die Kinder zur Schule gebracht werden, mitunter chaotisch zu.

Drei Schulen an einem Standort, das daraus resultierende Gefahrenpotenzial wurde bereits vom Förderverein der Purnitzschule im vergangenen Jahr angesprochen (wir berichteten). Nun hat sich die Lage erneut verschärft, wie bei der jüngsten Hauptausschusssitzung des Stadtrates in Jahrstedt deutlich wurde.

Bürgermeister Matthias Mann machte auf die Situation aufmerksam und kündigte einen Termin mit der Polizei an. Eine Lösung des Problems konnte er nicht liefern. Vielmehr wandte er sich an die Vernunft der Autofahrer. „Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand“, sagte der Bürgermeister und stellte fest, dass es vor allem Eltern selbst seien, die durch ihr Verhalten gefährliche Situationen hervorriefen. „Wir können doch keinen Tunnel oder eine Brücke bauen. Das wäre unverhältnismäßig“, meinte der Bürgermeister. „Dann können wir doch die Hegeholzbrücke nehmen“, warf Klaus Vohs ein. Nach einem kurzen Gelächter in der Ausschussrunde für den kleinen Spaß über die ungenutzte Brücke aus Jahrstedt (wir berichteten) ging es zurück zum Ernst der Lage. Carsten Behrend aus Klötze kannte die Situation, wie er berichtete. Vor allem zwischen 7 und 7.40 Uhr und in etwas abgeschwächter Form zwischen 13 und 14 Uhr gehe es dort „leicht chaotisch“ zu. Das Ausschussmitglied sah die Ursache in parkenden Fahrzeugen der Großküche. Seit diese im Nachbargebäude eingezogen ist, sei es für die Eltern schwierig geworden, einen Stellplatz zu finden. Er fügte aber hinzu, dass manche Eltern einen „liberalen Umgang mit den Verkehrsregeln“ pflegten. Daher war der Klötzer der Überzeugung: „Eine Regelung kann etwas bewirken.“ Er erinnerte an Ein- und Ausfahrt-Schilder, die einst am Parkplatz standen. Das Aufstellen solcher könne helfen. Er fasste zusammen: „Es gibt Situationen, in denen nicht die Eltern schuld sind.“ Allerdings gehe es nicht darum, Schuld zu suchen, sondern eine Lösung zu finden.

Ganz anders sah es Marco Wille aus Quarnebeck. Er sah durchaus die Ursache im Verhalten der Eltern, die ihre Kinder am liebsten direkt vor der Tür der Schule absetzen mögen. „Ich plädiere für Vernunft, und nicht für Schilder“, sagte er. Zudem verwies er darauf, dass er davon ausgehe, dass es völlig in Ordnung sei, dass die Großküche die Parkplätze nutzt. Schließlich gehörten diese dem Altmarkkreis, der das Gebäude der Großküche verpachtet hat. Somit sei also die Grundschule gefordert, eine passable Lösung zu finden.

Daraufhin hatte Franz-Hermann Wegner eine Idee. Der Hohenhenninger bringt selbst sein Enkelkind zur Schule und kennt daher die chaotischen Verhältnisse. Sein Vorschlag: Auf der linken Seite der Großküche, hinter einem verschlossenen Tor, sei ausreichend Platz für Parkplätze für die Großküche. Es sollte das Gespräch mit dem Altmarkkreis Salzwedel gesucht werden, ob diese Fläche zum Parken genutzt werden könne. Dann hätten die Eltern der Grundschulkinder wiederum den nötigen Platz zum Anhalten, um die Kinder sicher aussteigen zu lassen.

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