Statistik: Klötzer Wehr vor allem mit Brandserie beschäftigt / Feuerwehrleute am Tag nicht greifbar

Verfügbarkeit stets ein Problem

Einer der größten Einsätze für Wehren aus der Einheitsgemeinde im Jahr 2011: Bei einem Dachstuhlbrand in Trippigleben rücken 39 Kameraden aus insgesamt vier Wehren aus. Foto: Archiv/pl

Klötze. In der umfangreichen Statistik zu den Einsätzen der 16 Feuerwehren der Einheitsgemeinde Klötze im vergangenen Jahr gibt es drei Felder, in denen von Rüdiger Wührl keine Zahlen eingetragen wurden.

Während das erste Feld durchaus aus einem erfreulichen Grund leer blieb – die Steimker Feuerwehr musste zu keinem Einsatz ausrücken –, bereiten die beiden anderen Felder dem Stadtwehrleiter Sorgen. Denn in diesen hätte die Anzahl der Kameraden aus Siedentramm zu jenen Einsätzen stehen müssen, bei denen sie alarmiert worden waren. Doch wie Rüdiger Wührl im AZ-Gespräch erklärte, waren schlicht zu wenig Feuerwehrmänner aus dem Ortsteil greifbar, so dass eine Einsatzbereitschaft nicht gegeben war. In dem einen Fall hätte im Juni ausgelaufene Flüssigkeiten in Lockstedt, in dem anderen Fall im Dezember ausgelaufene Flüssigkeiten in Neuendorf beseitigt werden müssen. Entsprechend ist der Durchschnittswert der Siedentrammer Feuerwehrmänner bei Einsätzen mit 1,67 angegeben. „Das Problem der Verfügbarkeit von Kameraden am Tag wird stets größer“, so der Klötzer Stadtwehrleiter. Dies zeige sich auch an diesen Beispielen. Daher müsse immer wieder das Gespräch mit Arbeitgebern gesucht und die Nachwuchsarbeit aktiv betrieben werden.

Derzeit würde die mangelnde Verfügbarkeit von Feuerwehrmännern am Tag durch die Alarmierungsweise bei Einsätzen aufgefangen. Damit genügend Kameraden bei Schadenslagen im Einsatz seien, würden entsprechend viele Wehren herbeigerufen. Im Durchschnitt waren bei den insgesamt 148 Einsätzen in der Einheitsgemeinde stets etwa zehn Mann im Einsatz. Die Tabellenspitze bei diesem Wert belegt die Klötzer Feuerwehr mit etwa 11,5 Kameraden vor Ort. Sie hatten auch die meisten Einsätze 2011. 62 weist die Statistik aus.

Vor allem die Brandserie in den beiden Klötzer Wohngebieten An der Wasserfahrt und Am Hegefeld verlangte ihnen einiges ab. 17-mal wurden sie wegen solcher Feuer gerufen. Rüdiger Wührl findet dazu deutliche Worte: „Schnell greifen Flammen auf ein nahe gelegenes Haus über. Dann kommen womöglich Menschen zu Schaden“. Er hoffe, dass die Bevölkerung nun entsprechend aufmerksam sei und die Polizei alle Möglichkeiten ausschöpfe, um weitere Einsätze zu verhindern.

Ihren größten Einsatz hatten die Kameraden der Klötzer, Wenzer, Trippiglebener und Quarnebecker Wehr Anfang Mai, als der Dachstuhl eines Wohnhauses in Trippigleben in Flammen stand. 39 Männer und Frauen waren vor Ort, um das Feuer zu löschen.

Auch einen kuriosen Einsatz für die Purnitzstädter Kameraden weist die Jahresauswertung von Rüdiger Wührl unter dem Punkt „Tier in Notlage“ aus. Fünf Feuerwehrmänner befreiten im Juli eine unter einer Dachrinne eingeklemmte Schwalbe.

Von Norman Reuter

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