Wegen Corona: Vereinsleben liegt brach

Immekather sollen enger zusammenrücken

Kostümierte Menschen am Straßenrand sehen sich in Immekath den Karnevalsumzug an.
+
2020 säumten die Einwohner die Straßen von Immekath beim verrückten Karnevalsumzug. Am Sonntag mussten sie zu Hause bleiben.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
    schließen

Immekath steht Kopf: So sieht es normalerweise am Sonntag nach dem Aschermittwoch in dem Klötzer Ortsteil aus. Aber in diesem Jahr fiel der verrückte Karnevalsumzug aus. Das gesamte Vereinsleben liegt brach und macht dem Ortsbürgermeister Sorgen.

Immekath – Am gestrigen Sonntag wäre unter normalen Umständen in Immekath die Hölle los gewesen. Denn es wäre der Tag des verrückten Karnevalsumzugs. Wäre – denn wegen der Corona-Pandemie blieben auch in Immekath die Narren zu Hause.

„Das Vereinsleben ist komplett zum Erliegen gekommen“, sorgt sich Ortsbürgermeister Peter Gebühr. Gerade Immekath ist ein Dorf mit zahlreichen Vereinen, jeder Immekather ist Mitglied in mehreren Gruppierungen. Dass der komplette Karneval wegen der Pandemie ausfallen musste, ist nicht nur für die Mitglieder des Immekather Carnevalclubs (ICC) eine harte Zeit.

Bei den Prunksitzungen im Februar und dem Umzug als krönender Abschluss war in der Vergangenheit das gesamte Dorf auf den Beinen. „Ich hoffe, dass sich der Verein so motiviert, dass es im nächsten Jahr voller Elan weitergeht“, sorgt sich Peter Gebühr um den Fortbestand des aktiven Vereins.

Der andauernde Lockdown wirbelt das komplette Vereinsleben des Ortes durcheinander. So hatte sich im Herbst zwar ein mannstarker neuer Seniorenvorstand gefunden – die konstituierende Sitzung mit Verteilung der Positionen im Vorstand hat aber auch Monate danach noch nicht stattfinden können. Auch der Gemischte Chor kann nicht proben, der Angelverein kann seine Veranstaltungen nicht umsetzen, erinnerte der Immekather Ortsbürgermeister an weitere Einschränkungen. „Keiner kann Versammlungen machen und über wichtige Dinge beraten“, bedauerte er im Ortschaftsrat. Auch dieses Gremium kam am Donnerstag zum ersten Mal seit Oktober zusammen.

„Es ist in meinen Augen eine ganz traurige Zeit“, machte Peter Gebühr deutlich. Er hofft, dass – wenn die Corona-Pandemie vorbei ist – „alle gemeinsam enger zusammenrücken, damit wir bei solchen Ereignissen besser zurechtkommen.“

Betroffen von den Beschränkungen ist auch der Immekather Sportverein, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen hat und dies gebührend feiern möchte. Aber durch die Kontaktbeschränkungen wird die Vorbereitung behindert. „So ein Fest kann man nicht in zwei Wochen organisieren, das müsste längst alles laufen“, erklärte der Ortsbürgermeister, der auch zum Sportvorstand gehört. Alles laufe nur schleppend und allein über Whats-App-Gruppen könne ein Fest nicht vorbereitet werden. „Ich habe Bedenken, dass wir eine Feier zustandebringen“, sorgte sich Peter Gebühr.

Feiern – das war auch das Stichwort für viele Jubilare, denen der Ortsbürgermeister zu runden Geburtstagen oder Ehejubiläen gratulierte. Bei seinen Besuchen war er allein mit den Jubilaren, die normalerweise ein großes Fest gefeiert hätten. „Wenn man solch ein Jubiläum erlebt und dann nicht würdig feiern kann, das ist doch traurig“, konnte Gebühr die Sorgen seiner Einwohner nachfühlen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare