"Vereine sollen gleich behandelt werden"

95 Jahre Sportverein – Stadt zahlt unterschiedlich hohe Zuschüsse

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Zum 95. Bestehen bekamen der SV Schwalbe Schwiesau und der TSV Adler Jahrstedt Zuschüsse von der Stadt – allerdings in unterschiedlicher Höhe, kritisierte Uwe Bartels.

Klötze. Im Haushalt der Stadt Klötze ist seit Bildung der Einheitsgemeinde geregelt, dass die regulären Zuschüsse an die Vereine des Ortes aus dem Ortsbudget getragen werden.

Feiert aber ein Verein oder eine Feuerwehr ein besonderes Jubiläum, gibt es einen Zuschuss von der Stadt. Uwe Bartels, Ortsbürgermeister von Jahrstedt, machte bei der letzten Stadtratssitzung des Jahres am Mittwoch in Kusey auf eine Ungleichbehandlung aufmerksam. Der TSV Adler Jahrstedt, dessen Vorsitzender er ist, und der SV Schwalbe Schwiesau feierten in diesem Jahr ihr 95-jähriges Bestehen. Beide Vereine erhielten einen Zuschuss von der Stadt. „Ja, 500 Euro, so wie es festgelegt ist“, erklärte der Bürgermeister Matthias Mann. „Nein, es gab unterschiedliche Summe“, erwiderte Uwe Bartels. Während die Schwiesauer die festgelegten 500 Euro bekommen haben, gab es für die Jahrstedter Adler nur 250 Euro. Matthias Mann war das so nicht bekannt, er verwies an seinen Hauptamtsleiter.

„Das war eine Entscheidung der Verwaltung“, begründete Christian Hinze-Riechers. Da in Jahrstedt häufiger Jubiläen gefeiert würden, in Schwiesau aber nicht so oft, habe die Verwaltung den Zuschuss für die Jahrstedter gekürzt. „Zudem finanziert sich Schwiesau zu 100 Prozent selbst, während in Jahrstedt die Stadt wie bei allen anderen Sportvereinen auch die Betriebskosten übernimmt“, erklärte der Hauptamtsleiter weiter. „Deshalb hat die Verwaltung entschieden, andere Maßstäbe anzulegen“, informierte Christian Hinze-Riechers. Uwe Bartels verwies auf die Jugendarbeit, die im Jahrstedter Verein in Zusammenarbeit mit dem TSV Kusey geleistet werde. Das müsse doch auch honoriert werden. Wolfgang Mosel, stellvertretender Vorsitzender des TSV Kusey und ebenfalls Stadtratsmitglied, sprang ihm nicht zur Seite: „Kein Sportverein in der Stadt ist zu kurz gekommen“, war der Kuseyer überzeugt. Es sei gut, dass die Zuschüsse nicht an die Mitgliederzahl gekoppelt würden. „Alle Vereine außer Schwiesau profitieren davon, dass die Stadt die Betriebskosten zu 100 Prozent trägt“, schätzte Mosel ein und appellierte an die Vereine, dies auch anzuerkennen. Christian Hinze-Riechers bot an, gerne eine Aufstellung der Betriebskosten zu machen, um zu demonstrieren, dass die Stadt ihren Beitrag für die Vereine leistet. „Wir sollten nicht mit Erbsenzählerei anfangen“, bat Matthias Mann. Er wolle gern noch einmal prüfen, ob die 250 und die 500 Euro als Zuschuss gerechtfertigt sind und über die Unterscheidung auch noch einmal nachdenken. Es sollte jedoch nicht von einer „Bevorteilung“ gesprochen werden, bat er. Unterstützung bekam Uwe Bartels von Horst Wienecke. Der Steimker erinnerte an die Festlegung, dass bei Jubiläen ein einheitlicher Zuschuss gezahlt wird. „Bei gleichen Jubiläen muss es den gleichen Zuschuss geben“, betonte der Steimker. Das sei bei den Feuerwehren auch so, erinnerte er. Dabei spiele es keine Rolle, wie groß eine Feuerwehr sei. Und das dürfe auch bei den Sportvereinen keine Rolle spielen.

Von Monika Schmidt

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