Trotz vieler Verdienste für Klötze

August Mosel war kein Ehrenbürger

Eine Tafel am Hotel Braunschweiger Hof in Klötze zeigt, dass dort das Geburtshaus von August Mosel war.
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Am Braunschweiger Hof in Klötze erinnert eine Tafel an August Mosel, der sich viele Verdienste um die Purnitzstadt erworben hat.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Verdienste um Klötze hat sich August Mosel während seines Lebens (1864 bis 1920) erworben. Zur Ehrenbürgerschaft hat es aber nicht gereicht.

Klötze – War August Mosel Ehrenbürger der Stadt Klötze oder nicht? Auf diese Frage versucht der Klötzer Ortschaftsrat eine Antwort zu finden. Ortschronist Bernd Granzow, selbst Mitglied des Gremiums, hat schon intensiv die ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen gewälzt. „Ich habe keinen Hinweis darauf, dass er Ehrenbürger war“, erklärt Granzow auf AZ-Anfrage.

Die Frage kam im Rahmen der Diskussion über das ungepflegte und verkommene Grab des früheren Klötzer Bürgermeisters auf. Die Klötzer Stadtverwaltung sieht es als Aufgabe des Ortschaftsrates, sich Gedanken über den Erhalt und die Pflege zu machen. Da die Ortschaftsräte dies aber nicht aus ihrem Ortsbudget bezahlen können, wurde überlegt, ob nicht die Stadt Klötze für die Grabpflege in die Verantwortung genommen werden könnte. Zumindest, wenn Mosel Ehrenbürger wäre, müsste die Stadt als Rechtsnachfolger zuständig sein, hatte Klaus Ewertowski im Ortschaftsrat argumentiert. Doch danach sieht es nicht aus: Eine Ehrenbürgerschaft kann nicht nachgewiesen werden. Wohl aber eine ganze Reihe von Verdiensten, die sich August Mosel um die Stadt und ihr Wachstum erworben hat.

Bernd Granzow verweist auf einen Aufsatz seines Vorgängers Heinrich Bettinghausen. „Ein Mann, der sich um das Wohl der Stadt Klötze verdient gemacht hat“, hat Bettinghausen 1996 seine Darstellung über August Mosel betitelt. „Sein Name ist mit allem, was dem Aufblühen unserer Stadt und der Umgebung in der Zeit der Jahrhundertwende und bis nach dem Ersten Weltkrieg diente, untrennbar verbunden.“ Mosel, ein Gastwirtssohn, eröffnete zunächst auf dem elterlichen Grundstück ein Manufakturwarengeschäft. Der Klötzer war Mitbegründer der Altmärkischen Kleinbahn von Klötze nach Kalbe. Er war Mitglied des Magistrats, war Beigeordneter, Mitglied des Kreistags und des Kommunallandtages. Von 1915 bis 1919 war August Mosel ehrenamtlicher Bürgermeister von Klötze und führte die Stadt durch die Kriegsjahre. Er setzte sich dafür ein, dass Kriegsheimkehrer Siedlungsgelände im Norden der Stadt erhielten, und er ließ auf seine Kosten zwischen der Ziegelstraße und der Lockstedter Chaussee eine Straße anlegen, an der Weltkriegsteilnehmer kostengünstig Bauland erwerben konnten.

Am 6. März 1920 starb August Mosel und wurde in der Moselschen Familiengrabstätte auf dem Altstädter Friedhof beerdigt. Diese ist inzwischen stark restaurierungsbedürftig und wird nicht mehr gepflegt. Der Ortschaftsrat könnte sich auch vorstellen, dass sich Einwohner der Stadt bereit erklären, diese Aufgabe zu übernehmen.

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