Immekather Narren feiern ihr 30-jähriges Jubiläum / Ei des Jahrzehnts gekürt

Unzensiert und ungeniert

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André Elsner überreichte an Nico Langkopf das Ei des Jahres.

Immekath. „30 Jahre ICC – unzensiert und ungeniert“, so frohlockte der Immekather Carnevalsclub (ICC) bei seiner ersten Sitzung. Ein tolles Programm begeisterte Jung und Alt im ausverkauften Gemeindesaal.

Zu Beginn brachten die kleinen Bienen eine riesige Torte auf den Saal, denn der 30. Geburtstag des ICC sollte gebührend gefeiert werden. Melanie Zerneke als Hilda Hilfreich und André Elsner führten durch das Jubiläumsprogramm. Da kamen kleine Feuerwehrhelden daher, ein Schwarm kleiner Bienen eroberte den Saal, bevor es geschichtlich wurde und die Minifunken als Pioniere erschienen. Wie es heutzutage in einer Arztpraxis (zum Glück nicht) zugeht, zeigte die Jugend in einem Sketch.

„Hurra, die Mauer ist gefallen“: Tilmann Reichel und Marla Wapenhans rissen das Bauwerk symbolisch mit Hilfe der Bienen ein. 

Nun wurde es spannend. Eine Gruppe Männer symbolisierte die Überwachung und Zensur der kleinen und großen Bienen. Doch Marla Wapenhans zeigte Mut. Sie durchbrach die Mauer, flog zu den Unterdrückern und besänftigte sie mit Charme, Worten und kleinen Geschenken. So fiel 1989 die Mauer auch mit Hilfe von Tilmann Reichel. Die Prinzeneinführung war einfach grandios: Marla Wapenhans und Tilmann Reichel sind das 30. Kinderprinzenpaar, Antje Kampe und Jens Kampe – beide sind nicht verwandt oder miteinander verheiratet, sind das Jubiläumsprinzenpaar. Sie tanzten durch die Mauer in die Freiheit.

Die erste Immekather Prinzessin von 1960: Dorothee Schwab.

Nun präsentierten die Immecools das Ei des Jahres. Ihm entstieg die erste Karnevalsprinzessin aus dem Jahr 1960: Dorothee Schwab. „Aus Protest, weil wir alle in die LPG mussten und weil unser Programm von nun an zensiert werden sollte, haben wir ganz schnell wieder mit dem Karneval aufgehört“, verriet die rüstige Seniorin.

Wie in jedem Jahr wurde die skurrilste Geschichte aus Immekath mit dem Ei des Jahres geehrt. Nico Langkopf gewann am Sonnabend. Sein Esel Uli, mit Nachnamen Hoeneß, wird öfter von der Nachbarin Manuela Tassler gefüttert. Als diese vergaß, die Terrassentür zu schließen, spazierte Uli in das Haus und stibitzte aus der Küche die brutzelnden Schnitzel.

Zum Jubiläum wurde das Ei des Jahrzehnts von den Immecools gekürt: Das ging an Heinz Wapenhans, der vor Jahren im Kellerfenster versteckte.
Die roten Funken des Immekather Carnevalsclubs zeigten klassischen Gardetanz.

Gekürt wurde an diesem Abend auch das Ei des Jahrzehnts: Heinz Wapenhans bekam mit seiner Geschichte den meisten Applaus. Vor einigen Jahren kam er nach Hause, hatte aber den Haustürschlüssel vergessen. Kurz entschlossen wollte er durchs Kellerfenster klettern, doch er blieb stecken. Es ging weder vor noch zurück. Zum Glück kam ein Nachbar zu Hilfe, Eberhard Weise befreite ihn aus seiner misslichen Lage.

Die Cheerleader brachten den Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, mit nach Immekath.

Dann eroberten die Cheerleader die Bühne. Sie brachten prominentem Besuch mit – den Kanzler der Einheit, Helmut Kohl (Dirk Henkel). Er freute sich über die blühenden Landschaften und schloss seine Rede mit den Worten des Klötzer Dichters Wilfried Schielke: „Wo Schönheit sich mit Anmut paart, da liegt das Örtchen Immekath“.

Wie niedlich: Die kleinen Bienen gratulierten dem ICC zum 30. Geburtstag.

Nach dem Tanz der Can Can-Girls bestieg Erich Honecker (ebenfalls Dirk Henkel) die Bühne, er kam direkt aus der Hölle. „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf“, nuschelte er zum Ende seiner Rede, die Massen jubelten.

Die Minifunken erinnerten mit ihren roten und blauen Halstüchern an die DDR-Pioniere.

Als Jungpioniere nebst sozialistischer Bildungsministerin Margot Honecker (Dirk Köneke) sorgte das Männerballett für Stimmung. Nun brillierten die Funken als sexy Playboyhäschen, der Saal tobte. Bis zum Finale übernahmen dann die Aloise das Zepter. Nach gut drei Stunden endete ein toller Karneval.

Von Wolfram Weber

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