Führung auf Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz stimmte Jugendliche nachdenklich

„Unvorstellbare Dimension“

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Die Jugendlichen der Jungen Gemeinde aus Kusey hörten der Mitarbeiterin der Gedenkstätte (Mitte) bei der dreistündigen Besichtigung gebannt zu.

Kusey / Auschwitz. Am ersten Mai-Wochenende machten sich die Jugendlichen der Jungen Gemeinde Kusey bei besten Wetteraussichten auf dem Weg nach Polen, um die Gedenkstätte des Konzentrations- und Vernichtungslagers in Auschwitz zu besichtigen.

Getreu dem Spruch „Viele Wege führen nach Rom“ kamen am Freitagabend, dank der verschiedenen Navigationssysteme, die Pkw zu unterschiedlichen Zeiten bei der gebuchten Pension an. Führten einige Routen nach neun Stunden direkt zum Zielort, ist anderen Teilnehmer eine 14-stündige Rundreise durch den östlichen Teil Deutschlands ermöglicht worden.

Bereits auf der Hinfahrt ist zur Freude aller Jugendlichen deutlich geworden, dass die digitale Infrastruktur in Polen im Vergleich zur deutschen viel besser aufgestellt ist. Erschöpft, aber zufrieden fand der Freitagabend ein jähes Ende.

Das Eingangstor mit der Parole „Arbeit macht frei“, das von den KZ-Häftlingen selbst erbaut werden musste.

Nach einem stärkenden Frühstück besichtigte die 15-köpfige Truppe unter Leitung der Kuseyer Gemeindepädagogin Birgit Timme die heutige Gedenkstätte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Eine sehr kompetente Mitarbeiterin des Museums führte uns über das Gelände des Hauptlagers und des Zweitlagers Birkenau. Besonders erschütternd waren nicht nur die grausamen Ausmaße der Massenvernichtung unterschiedlicher Menschengruppen, sondern auch der Wahn und die Absurditäten der nationalsozialistischen Rassenideologie. Die Erkenntnis, dass in diesem Vernichtungslager von 1940 bis 1945 insgesamt 1,3 Millionen Menschen, davon 1,1 Millionen Juden, ermordet worden, war für die Jugendlichen eine unvorstellbare Dimension.

Am Abend tauschten sich die Teilnehmer über die gesammelten Erfahrungen aus. Dabei war es erstaunlich, welche unterschiedlichen Beobachtungen und Informationen jedem Einzelnen im Gedächtnis geblieben sind.

Auf der Heimreise am Sonntag hielt die Gruppe der Jungen Gemeinde nahe der Grenze an einem beliebten Markt, der mit allerlei polnischen Spezialitäten zu beeindrucken wusste. Am Abend kamen die Teilnehmenden munter und voller neuer Eindrücke in der Altmark an.

Von Alexander Kleine

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