Tanja Bierstedt klagt über kaputte Zäune

Keine Hilfe, wenn der Wolf kommt: Unbekanntes Tier lässt Schafzüchterin verzweifeln

Jeden Tag kontrolliert Tanja Bierstedt den Schafzaun und entdeckt neue Beschädigungen. Die untersten Reihen des Zauns sind an zahlreichen Stellen auseinandergerissen. Kratzspuren weisen auf ein Tier hin. Fotos (3): Schulz
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Jeden Tag kontrolliert Tanja Bierstedt den Schafzaun und entdeckt neue Beschädigungen.
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Kunrau. „Das kann so einfach nicht mehr weitergehen. Das ist nicht lustig“, schimpft Tanja Bierstedt. Die Kunrauerin ist sauer, denn sie fürchtet um ihre Schafe.

Seit drei Wochen sind die untersten Reihen des Elektrozauns, die keinen Strom führen, auf der Wiese am Kunrauer Ortsausgang in Richtung Jahrstedt ständig an mehreren Stellen kaputt. Einige Teile des Zauns liegen sogar auf der Wiese verstreut. Verantwortlich für den Schaden ist ein Tier. An einigen Stellen an der Erde am kaputten Zaun sind deutliche Kratzspuren zu erkennen.

Die untersten Reihen des Zauns sind an zahlreichen Stellen auseinandergerissen. Kratzspuren weisen auf ein Tier hin.

Welches Tier aber genau sein Unwesen an dem Schafzaun treibt, um über die Wiese weiter in Richtung Dorf zu kommen, weiß scheinbar niemand so genau. Zunächst hat sich Tanja Bierstedt an den Jäger gewandt. „Der wusste aber auch nicht, was das sein soll. Ich habe ihn gebeten, Fallen aufzustellen, doch bis jetzt ist noch nichts passiert und die Zäune gehen weiter kaputt. Ich habe mehrmals bei ihm angerufen“, so die Schafzüchterin. Man habe zu ihr gesagt, dass es sich bestimmt um einen Biber handele, berichtet sie. „Da hab ich mich schon gewundert. Was soll denn da ein Biber? Da ist doch gar kein Teich oder sowas“, sagt sie. Also hat sie sich mit der Naturparkverwaltung in Verbindung gesetzt. „Wolfgang Sender kam vorbei, hat sich den kaputten Zaun und die Kratzspuren angeguckt“, erzählt Tanja Bierstedt. Den Biber habe er ausgeschlossen, konnte aber auch nicht genau sagen, welches Tier sein Unwesen auf der Schafweide treibt. „Es könnte ein Waschbär sein“, vermutet die Kunrauerin. Auch auf einer benachbarten Weide soll der Zaun schon kaputt gewesen sein, sagt sie.

Rund 700 Euro Schaden sind in den letzten Wochen am Zaun entstanden. „Das geht so nicht weiter“, ärgert sie sich. Jeden Tag kontrolliert sie den Zaun und entdeckt neue Beschädigungen.

Besonders besorgt ist Tanja Bierstedt, dass nun ein Wolf leichteres Spiel hat, an die Schafherde zu kommen: „Und wenn etwas passiert, dann bekomme ich keine Entschädigung, weil der Zaun ja nicht in Ordnung war, wofür ich allerdings nichts kann.“ 15 Schafe tummeln sich auf der Wiese. Einige davon sind seltene Merinofleischschafe. Tanja Bierstedt ist leidenschaftliche Züchterin der seltenen Rasse.

Die meisten Merinos sind schon im Stall, weil bald die ersten Lämmer kommen. „Aber ich kann doch nicht alle Tiere schon reinbringen, wenn das Wetter noch offen ist. Da gehören sie einfach nach draußen“, klagt sie und ärgert sich, dass sie keine Hilfe bekommt. „Ich hoffe, dass vielleicht jemand weiß, wer solche Schäden verursacht und sich bei mir meldet. So kann es einfach nicht weiter gehen“, so die Züchterin.

Von Katharina Schulz

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