1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Klötze

Kita-Gebühren in Klötze steigen drastisch

Erstellt:

Von: Monika Schmidt

Kommentare

Einwohner halten im Klötzer Stadtrat Plakate hoch
Mit Plakaten protestierten die Eltern gegen eine Schulschließung und die Erhöhung der Elternbeiträge in der Kita. © Monika Schmidt

Empörte Kita-Eltern und ahnungslose Stadträte trafen im Klötzer Stadtrat aufeinander: Die neuen Kita-Gebühren hatte die Stadtverwaltung zuerst in den Elternkuratorien vorgestellt, den Kommunalpolitikern aber nicht mitgeteilt.

Klötze – Für helle Aufregung sorgt bei den Kita-Eltern in der Einheitsgemeinde Klötze derzeit die Ankündigung, dass die Elternbeiträge massiv erhöht werden sollen. Bislang haben davon nur die Kuratorien der Kitas Kenntnis, das Thema verbreitete sich trotzdem wie ein Lauffeuer in der Stadt. Und sorgte für einen gut gefüllten Besucherraum bei der Stadtratssitzung, die in Neuferchau stattfand. Denn nun protestierten nicht mehr nur die Vertreter der Kuseyer Schule, sondern alle betroffenen Eltern. „Wie kommt die Erhöhung zustande?“, eröffnete Robert Gottschlich die Diskussion in der Einwohnerfragestunde. Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski betonte: „Das kann der Stadtrat nicht beantworten, denn wir haben als Stadträte noch keine Kenntnis.“ Er verwies an Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Reps, der die Vorgehensweise verteidigte: Laut Satzung müssen die Kita-Kuratorien bei einer Erhöhung der Gebühren angehört werden. Diese Anhörung läuft aktuell. „Das ist unsere rechtliche Verpflichtung“, erläuterte Reps. „Die Stadt ist defizitär“, erinnerte Reps. Deshalb sei sie angewiesen, nach zusätzlichen Einnahmen und Erträgen zu suchen. Die Kita-Satzung ist nicht nur schon älter als zehn Jahre, die Beiträge sind auch die niedrigsten im Kreis. „Wir haben uns das geleistet, nicht zu erhöhen. Das können wir uns jetzt nicht mehr leisten“, betonte der Bürgermeister-Stellvertreter. Zwei Varianten hat die Verwaltung den Kita-Kuratorien vorgeschlagen: Eine mittlere Erhöhung, mit der sich die Stadt dann zukünftig im Mittelfeld der Kommunen in der Umgebung befindet, und eine deutliche Erhöhung, mit der Klötze im Vergleich der Gebühren den Sprung mit an die Spitze schafft. Auf Nachfrage von den Eltern konnte Matthias Reps aber keine Zahlen nennen, „die habe ich nicht im Kopf, aber sie liegen den Kuratorien vor“, riet er den Eltern, sich an ihre Vertreter zu wenden. Maike Liebert konnte den Eltern weiterhelfen. Sie informierte, dass bei der Kita-Betreuung die Kosten für zehn Stunden von bisher 140 auf 180 oder 210 Euro steigen sollen, so der Verwaltungsvorschlag. „Das ist eine Erhöhung um fast 50 Prozent“, empörte sie sich und erinnerte an das Gute-Kita-Gesetz des Bundes, mit dem die Eltern eigentlich entlastet werden sollen. Bei der Kuratoriumssitzung habe der Verwaltungsmitarbeiter den Eltern gesagt: „Irgendwie müssen wir das Geld ja reinholen“, berichtete sie und stellte fest, dass es nicht verwunderlich sei, dass dann solch eine Stimmung wie am Mittwochabend entsteht. Die Eltern hielten mit ihrer Empörung nicht hinter dem Berg. Sie wollten wissen, wie sich die Leistungen der Stadt verbessern, wenn sich die Beiträge erhöhen. „Wie will die Stadt sich da einbringen?“, wollte Maike Liebert wissen. Kerstin Lüdeke fragte, ob die Eltern auch etwas zurückkriegen, und nannte mehr Personal und andere Schließzeiten als Beispiele. „Oder wird damit nur das Haushaltsloch gestopft?“

Auch interessant

Kommentare