„Über Tellerrand geschaut“

An einer Karte zeigte VG-Chefin Christiane Lüdemann die Lage der 42 Feuerwehren innerhalb der Verbandsgemeinde.

mit Beetzendorf. Wie ist der Brandschutz in der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf als einziges Verwaltungsgebilde seiner Art im Altmarkkreis Salzwedel strukturiert? Über diese Frage ließen sich die Mitglieder des Ordnungsausschusses des Kreistages am Donnerstagabend von VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann, VG-Wehrleiter Bert Juschus sowie dessen ersten Stellvertreter Mathias Gose informieren.

Es habe viel Zeit und Kraft gebraucht, so betonte Christiane Lüdemann, bis alle 42 Feuerwehren und Löschgruppen mit ihren 964 aktiven Kameraden und 72 Fahrzeugen unter einen Hut gebracht wurden. Seit einem Jahr ist nicht mehr die Gemeinde, sondern die Verbandsgemeinde Träger der Feuerwehr. Mittlerweile haben nahezu alle der acht Mitgliedsgemeinden ihre Gerätehäuser, Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände an die VG übertragen. „Dafür sind wir auch für Wartung, Reparatur und Neubeschaffung zuständig“, erklärte die VG-Chefin. Lediglich die Gemeinde Wallstawe hatte sich bislang gesträubt, ihre Wehren zu übertragen. Christiane Lüdemann hofft aber, dass die Wallstawer während der nächsten Gemeinderatssitzung noch einlenken. Denn: „Das Verbandsgemeinde-Modell funktioniert nur, wenn alle mitziehen“, so die Bürgermeisterin, die sich freut, dass selbst die Schalmeienkapelle Diesdorf, die Musikzüge Apenburg und Beetzendorf, die Feuerwehrkapelle Ellenberg sowie die beiden Feuerwehr-Theatergruppen Beetzendorf und Banau ihren Weg in die VG gefunden haben. „Damit besteht für diese Gruppen ebenfalls Versicherungsschutz“, erklärte die VG-Chefin, die auch auf die einheitliche Feuerwehr-Satzung, die gemeinsame Aufwands- und Entschädigungssatzung sowie die laufende Risikoanalyse verwies. In Anbetracht der knappen Kassen sei es schön, dass mittlerweile auch Geräte zwischen den Feuerwehren getauscht wurden. „Das passierte alles freiwillig“, so Christiane Lüdemann.

Auch VG-Wehrleiter Bert Juschus lobte die gute Zusammenarbeit. Mit seinen acht Stellvertretern – für jede Mitgliedsgemeinde einen – und weiteren Akteuren sei ein Gremium gebildet worden, das „vom ersten Tag an über den eigenen Tellerrand geschaut hat“. Bei langen Sitzungen, zu denen sich die Mitglieder monatlich treffen, wurde eine Struktur mitentwickelt, „mit der alle Kameraden leben können“. Auf Nachfrage bestätigte der VG-Wehrleiter, dass es aufgrund des Trägerwechsels zu keinen spontanen Austritten aus den Feuerwehren kam. „Eher das Gegenteil ist der Fall“, so Bert Juschus.

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