Apenburger Original setzt sich für Flüchtlinge ein und freut sich über Dankbarkeit

Tulpensonntag auch in Syrien

+
Fliegende Kamelle statt Bomben: Die aus dem bürgerkriegszerrütteten Syrien stammenden und der derzeit in Apenburg untergekommenen Flüchtlinge waren begeistert von der Gastfreundlichkeit, die ihnen beim Tulpensonntagsumzug in Klötzer entgegengebracht wurde . Um in die Purnitzstadt zu kommen, hatte der Apenburger Karl-Heinz Friedrichs (r.) für sie einen Bus besorgt.

Klötze. Schaffte es der Klötzer und Immekather Karneval im vergangenen Jahr ins Privatfernsehen, finden die Jecken aus der Purnitzstadt in der nun abgelaufenen Session sogar weit über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus Beachtung.

Szengen vom Tuplensonntagsumzug in Klötze finden auch in Syrien Beachtung.

Verantwortlich dafür sind in Apenburg untergekommene Kriegsflüchtlinge aus Syrien, die auf Initiative von Karl-Heinz Friedrichs – besser bekannt als „Bartmojo“ – dem Tulpensonntagsumzug in Klötze beiwohnten. „Einen Tag danach haben sie mir freudestrahlend berichtet, dass sie den Umzug mit dem Handy aufgenommen und ihren Verwandten nach Syrien geschickt haben“, berichtet das Apenburger Original über die gelungene Aktion. Dabei habe er nicht einen Moment das Gefühl gehabt, dass die Syrer sich auf den Klötzer Straßen ausgegrenzt gefühlt hätten.

Was Friedrichs besonders freut, ist auch die große Dankbarkeit, die ihm für sein Engagement entgegengebracht wird. Als er Anfang dieser Woche zusammen mit dem 28-jährigen Abdel Aziz zum Abholen von Ausweispapieren nach Salzwedel gefahren war, habe ihm dieser gesagt „Mojo, du bist erste Spitze in Deutschland.“ „Es sind alles sehr umgängliche Menschen – wenn ich bei ihnen zu Hause bin, werde freundlich aufgenommen, muss immer erst einen Kaffee trinken“, fühlt sich der Apenburger in seiner selbst auferlegten Aufgabe sehr wohl.

Gemeinsam mit der syrischen Familie, die etwa seit drei Monaten in Deutschland lebt, war Friedrichs auch schon auf der Meile der Demokratie in Magdeburg. „Dort haben sie das erste Mal überhaupt eine Straßenbahn zu Gesicht bekommen“, berichtet der Apenburger. Am heutigen Sonnabend soll es wieder in die Landeshauptstadt gehen – diesmal zum Einkaufen.

Was den Rentner nach wie vor ärgert, ist die fehlende Unterstützung, etwa durch den Kreis. Einen finanziellen Zuschuss für den zum Tulpensonntag gecharterten Bus habe es letztlich von der Kirche gegeben. Es könne doch nicht sein, so Friedrichs, dass es auf Anfrage beim Kreis lediglich die Antwort gebe, dass es dafür keinen Posten im Etat gebe.

Von Matthias Mittank

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare