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In Klötze bleibt das Wasser warm

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Von: Monika Schmidt

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ein Fahrradfahrer auf einer Straße, im Hintergrund ein Schornstein
Dunkle Wolken über dem Schornstein des Heizhauses im Klötzer Wohngebiet an der Wasserfahrt: Die Energiekrise trifft auch die Mieter in dem Gebiet. © Monika Schmidt

Die beiden größten Vermieter in Klötze, Wohnungsbaugesellschaft und -genossenschaft, sind in Sorge wegen der steigenden Energiekosten. Dennoch verspricht Jens Passier: „Das warme Wasser wird nicht abgestellt.“

Klötze – Natürlich beschäftigt die aktuelle Energiekrise auch die Klötzer Wohnungsbaugesellschaft und den Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft. Beide Unternehmen sind die größten Vermieter in der Stadt. Pläne, wie zum Beispiel in Sachsen, das warme Wasser zeitlich zu befristen oder die Heizung abzuschalten, gibt es bei dem Geschäftsführer der Gesellschaft, Jens Passier, aktuell nicht. „Es ist nicht angedacht, das warme Wasser abzustellen“, versichert er seinen Mietern. Denn, so erläutert er, die Kosten, um das Wasser nach den Sperrzeiten wieder aufzuheizen, seien viel höher, als wenn das Wasser rund um die Uhr mit einer angemessenen Temperatur zur Verfügung steht. Dennoch appelliert natürlich auch der Geschäftsführer der Klötzer Wohnungsbaugesellschaft an seine Mieter, mit allen Gütern sparsam umzugehen. Es soll kein Wasser verschwendet werden und auch nicht unnötig geheizt werden. Bei den Mietern in Gebäuden, die eine Gasheizung haben, hat die Gesellschaft bereits die monatlichen Vorauszahlungen an steigende Preise angepasst. Dort, wo Fernwärme zum Einsatz kommt, war das bislang noch nicht nötig, weil die verhandelten Festpreise noch gelten. Der Neubau an der Salzwedeler Straße 33 g,h,i, den die Wobau ab August sanieren will, hat zum Beispiel eine Ölheizung. Diese bleibt auch nach der Sanierung bestehen. „Aber wir müssen uns auf lange Sicht über Alternativen Gedanken machen“, darüber ist sich Jens Passier im Klaren. Die Diskussionen innerhalb des Unternehmens um neue Heizmöglichkeiten laufen.

Genossenschaft will nicht von Gas abhängig sein

Ein Problem, mit dem sich auch der Vorstand der Klötzer Wohnungsbaugenossenschaft beschäftigt. „Seit Oktober 2021 erleben wir eine Zeit drastisch steigender Energiepreise“, hatte Heike Meise, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, schon bei der Mitgliederversammlung Ende Juni mitgeteilt. Ihre Befürchtungen: Sollte der Trend anhalten oder sich gar verstärken, könnte die Bruttowarmmiete die Zahlungsfähigkeit einzelner Mieter, vor allem bei Ein-Personen- und Alleinerziehendenhaushalten in großen Wohnungen, übersteigen. Das ist nicht nur ein soziales Problem, sondern für die Genossenschaft auch ein Geschäftliches, da es zu Erlösausfällen kommen kann. Heike Meise verwies in ihrem Bericht auch auf die Probleme und Lieferengpässe, die durch den Krieg in der Ukraine, entstehen. „Wenn die Energiekosten steigen, steigen auch die Betriebskosten für die Mieter“, machte sie deutlich. Wie ihr Kollege von der Gesellschaft ist auch das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Genossenschaft auf der Suche nach Alternativen. „Im Zusammenhang mit der Sicherstellung der Versorgungssicherheit im Energiesektor zeigt sich, dass der Pfad zu einer nachhaltigen Transformation der Wirtschaft derzeit überdacht werden muss“, heißt im Bericht von Heike Meise bei der Mitgliederversammlung. „Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, die die Abhängigkeit vom Energieträger Gas mildern“, erklärt sie.

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