Antrag auf Austritt aus der Ortschaft Wenze und Bildung eines eigenen Ortschaftsrates

Trippigleben will aussteigen

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Trippigleben will nicht länger in der Dreier-Ortschaft Wenze mit Wenze und Quarnebeck mitmachen. Per Antrag, verbunden mit einer Unterschriftenliste, fordert Ralf Philipp im Namen der Einwohner den Ausstieg und die Bildung einer eigenen Ortschaft Trippigleben samt Ortschaftsrat. 

Wenze. Dass zwischen den drei Orten, die die Ortschaft Wenze bilden, nicht immer Einigkeit herrscht, ist nicht neu. Vor allem die Trippiglebener hatten mit dem Gebilde gerade in der jüngsten Vergangenheit so ihre Probleme.

Das wurde schon mehrfach deutlich, zum Beispiel, als die Quarnebecker sich für ihren Ort ein eigenes Wappen gaben.

Nun steht das Dreier-Bündnis endgültig vor dem Bruch. Seit Anfang September rumort es in Trippigleben. Stadtratsmitglied Ralf Philipp hat an die Stadt den Antrag auf Bildung einer eigenständigen Ortschaft Trippigleben gestellt. So beklagt Philipp im ersten Antrag, dass die Quarnebecker im Ortschaftsrat eine deutliche Stimmenmehrheit haben. „Seit den letzten Wahlen hat sich innerhalb der drei Ortsteile eine Ungleichheit gebildet, die die Einwohner von Trippigleben und Wenze nicht gerecht finden“, argumentiert Philipp. Die Trippiglebener fühlen sich von Quarnebeck durch deren Stimmenmehrheit im Ortschaftsrat „verwaltet“. „Sämtliche Entscheidungen für den eigenen Ort können durch die Mitglieder der Ortsteile Wenze und Trippigleben in keinster Weise beeinflusst werden und dies ist so nicht richtig. Man hat das Gefühl, sämtliche Gelder gehen in den Ortsteil Quarnebeck und die Gehwege und sonstige Nebenanlagen in den anderen Ortssteilen verrotten“, heißt es in dem ersten Antrag, der in allen drei Ortsteilen ausgehängt ist.

Inzwischen hat er seinen ersten Antrag von Anfang September modifiziert und reichte am Donnerstagabend bei der Ortschaftsratssitzung in Wenze eine geänderte Fassung ein. Statt wie ursprünglich die Auflösung der bisherigen Ortschaft Wenze und die Aufgliederung in drei einzelne Ortschaften zu fordern, reduzierte Philipp dies in der zweiten Fassung auf die Ausgliederung von Trippigleben. Denn – und das machten vor allem die Wenzer Einwohner bei der mit 17 Einwohnern so gut wie noch nie besuchten Ortschaftsratssitzung deutlich – Wenze und Quarnebeck möchten zusammenbleiben.

Nach der ersten Antragstellung hatte es in Trippigleben eine Info-Veranstaltung gegeben, die „sehr sachlich“ abgelaufen ist, berichtete Ortsbürgermeister Marco Wille. Es sei schade, dass es einem Ortschaftsrat nicht möglich ist, eine Einwohnerversammlung einzuberufen. Das sieht die Kommunalverfassung nicht vor. Schon bei diesem Treffen sei deutlich geworden, dass Wenze den Antrag nicht unterstützt. Deshalb, so berichtete Initiator Ralf Philipp am Donnerstag, hatte es am Montag in Trippigleben eine erneute Zusammenkunft gegeben. Mit dem Ergebnis: „Es besteht die einhellige Meinung, dass wir das trotzdem wollen“, erklärte der Initiator. „Die rechtliche Grundlage gibt das her“, hatte sich Ralf Philipp erkundigt. Doch auch sein am Donnerstag vorgelegter Antrag muss nach Intervention der Wenzer noch einmal verändert werden: „Wenze will es nicht dem Zufall überlassen, ob es drei eigene Ortsteile gibt?“, erklärte Gunnar Teichmann. „Was können wir tun?“, fragte er nach. Daraufhin kündigte Philipp die erneute Änderung seines Antrags an, mit dem Ziel, nicht die Ortschaft Wenze aufzuheben, sondern nur eine eigene Ortschaft Trippigleben zu bilden. „Aber selbst dann stellt sich die Frage, was passiert mit dem Rest?“, wandte Ordnungsamtsleiter Ulf Dittfach ein und zog einen Vergleich: „Wer sich scheiden lässt, muss auch überlegen, was passiert mit den Kindern.“ Weder der Ordnungsamtsleiter noch der Ortsbürgermeister könnten sagen, wie sich die Klötzer Stadträte bei diesem Thema entscheiden. Denn allein ihnen obliegt die Möglichkeit, durch einen Beschluss die Hauptsatzung zu ändern, in der die Ortsteile benannt sind, die zur Stadt Klötze gehören. „Wir wollen gerne bei Quarnebeck bleiben“, bekräftigte Gunnar Teichmann für Wenze noch einmal. „Der Ausstieg Trippiglebens würde nicht unbedingt bedeuten, dass Quarnebeck und Wenze auch auseinanderfallen“, erklärte Marco Wille. Allerdings müsse allen Beteiligten diese Möglichkeit auch bewusst sein.

„Mit den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen sehen die Bürger Trippiglebens die Chance, selbstständig Entscheidungen nach demokratischem Recht zu treffen und aktuelle und zukünftige Themen Trippiglebens der Stadt Klötze direkt vorzutragen“, heißt es im zweiten Antrag von Ralf Philipp an die Stadt. Auch eine Unterschriftenliste aus Trippigleben ist dem Antrag an die Stadt beigefügt. Zudem informierte er, dass es bereits sechs Kandidaten für den neu zu bildenden Ortschaftsrat von Trippigleben gebe.

Von Monika Schmidt

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