Am Schild scheiden sich die Geister

Tonnagebegrenzung im Kuseyer Gewerbegebiet sorgt für Ärger

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Der Köckter Weg ist die Hauptzufahrt zum Gewerbegebiet in Kusey. Die Stadträte aus dem Ortsteil sind mit der Entscheidung der Stadt, die Tonnage zu begrenzen, nicht einverstanden.

Kusey – Wie man es macht, ist es verkehrt. So muss sich Bürgermeister Uwe Bartels fühlen. Die Stadt hatte auf die Beschwerden aus Kusey über die unerträglichen Zustände an den unnötigen Bahnübergängen in Kusey reagiert.

Während die Verwaltung bei der Dr. Schulz-Lupitz-Straße keine Handhabe hat, da es sich um eine Kreisstraße in Richtung Wenze handelt, konnte beim Bahnübergang am Köckter Weg, der an einer Gemeindestraße liegt, gehandelt werden.

Seit etwas mehr als einer Woche ist der Bahnübergang für Fahrzeuge, die schwerer als 7,5 Tonnen sind, gesperrt. Sie sollen stattdessen die Zufahrt über die Ing. Alfred Rudow-Straße ins Gewerbegebiet nutzen. Die Stadt hat damit auf die Beschwerden der Anlieger aus Kusey reagiert, die im Ortschaftsrat ihrem Unmut über die Lärmbelästigung und die Erschütterungen an den Wohnhäusern Luft gemacht hatten, wenn vor allem leere Lkw über die alten Schienenstränge rumpeln.

Im Klötzer Stadtrat am Mittwoch wurde deutlich, dass diese Lösung aber so gar nicht im Sinne der Kuseyer ist. Das behauptete zumindest Ortsbürgermeister Klaus Vohs. Er beschwerte sich zudem darüber, dass er als Ortsbürgermeister nicht im Vorfeld über die Entscheidung der Verwaltung informiert worden war.

„Der Bahnübergang ist nicht marode“, regte sich Klaus Vohs über die von der Stadt benannte Begründung für die Beschränkung auf. „Es ist traurig, dass das gemacht worden ist, ohne dem Ortsbürgermeister Bescheid zu sagen“, empörte sich der Kuseyer. Es hätte zuerst über die Entscheidung gesprochen werden müssen, so sein Wunsch. „Es kann nicht sein, dass die Gewerbetreibenden mit dem Trecker 900 Meter weiter fahren müssen. Der Köckter Weg ist die Hauptzufahrt zum Gewerbegebiet“, erinnerte Klaus Vohs.

„Wir wollten den Beschwerden der Bürger entgegenkommen“, verteidigte Bürgermeister Uwe Bartels die Entscheidung der Verwaltung. Derzeit habe die Stadt keine Möglichkeit, den Bahnübergang zurückzubauen. Damit die Anlieger nicht länger unter der Belästigung leiden müssen, wurde der Übergang für schwere Lkw gesperrt.

Wolfgang Mosel aus Kusey fragte nach, ob denn sein Vorschlag aus dem Ortschaftsrat, eine Einbahnstraßenregelung für das Gewerbegebiet zu treffen, von der Verwaltung geprüft wurde. Seiner Meinung nach sei das die bessere Alternative, die Verkehrsbelästigung zu reduzieren. „Wir wollten in Kusey immer ein gutes Verhältnis zu den Gewerbetreibenden haben“, erinnerte Mosel daran, dass das Kuseyer Gewerbegebiet nicht klein und dazu gut belegt ist.

Und Thomas Mann, ebenfalls Stadtratsmitglied aus Kusey, wusste, dass es mündliche Vereinbarungen mit der Bahn zum Rückbau der Gleise geben. „Davon ist mir nichts bekannt“, erwiderte Uwe Bartels. „Es gilt, die Probleme aus der Welt zu schaffen, nicht neue zu schaffen“, bat Thomas Mann um eine Antwort bezüglich des Rückbaus bis zur Ortschaftsratssitzung am Dienstag.

Klaus Vohs kündigte eine Protestaktion der Betriebe gegen die Entscheidung der Stadt zur Tonnagebegrenzung an.

VON MONIKA SCHMIDT

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