Circus Probst bringt 70 vierbeinige Partner mit nach Klötze

„Tiere gehören bei uns zur Familie“

Die zahlreichen Probst-Tiere bekommen viel Auslauf und zusammen jeden Tag eine halbe Tonne Kraftfutter, Heu und Obst.
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Die zahlreichen Probst-Tiere bekommen viel Auslauf und zusammen jeden Tag eine halbe Tonne Kraftfutter, Heu und Obst.
  • VonMatthias Mittank
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Klötze. Wildtierverbote für Zirkusse durch deutsche Städte und Proteste von Tierschützern in anderen Regionen zum Trotz, will der derzeit in Klötze gastierende Circus Probst auch künftig an den Tiernummern festhalten.

„Zirkus und Tiere – das passt einfach zusammen. Ohne Tiere wäre es kein Zirkus, sondern ein Varieté“, sagt Mathijs te Kiefte, Leiter des Produktionsbüros von Circus Probst.

Das kleinste tierische Mitglied der Familie Probst ist die zweijährige Ratte Barbara, die von Clownin Olga Slobi in die Manege geführt wird.

Und was die Familie Probst vorzuweisen hat, ist beachtlich. Angefangen von einer Ratte namens Barbara und einer Perserkatze über Emus, Ponys, Pferde, Esel, Lamas, Kamele und Zebras bis hin zu den beeindruckenden Watussirindern haben rund 70 Tiere auf der Festwiese neben dem Klötzer Waldbad ein vorübergehendes Zuhause gefunden – mehr als im Tiergehege gegenüber. „Tiere gehören bei uns zur Familie“, betont der Pressesprecher. Nur die fünf Tiger, darunter ein weißes Exemplar und vier sogenannte Golden Tabby Tiger, sind für die aktuelle Tour von einem italienischen Zirkus ausgeliehen worden.

Unter den Zebras befindet sich auch ein sogenanntes Zebroid, ein Mischling aus Zebra und Pony.

Das Wohlergehen der vierbeinigen Partner, so unterstreicht Mathijs te Kiefte, stehe an erster Stelle. So werde stets versucht, die Transportphase möglichst kurz zu halten. In der Regel dauere es weniger als fünf Stunden, bis die Tiere ihre Gehege und die großzügigen Auslaufzonen wieder betreten können. Dass es den tierischen Familienmitgliedern gut geht, werde regelmäßig, wenigstens 40 Mal im Jahre, von Amtstierärzten bestätigt. „Ohne Mängel“, „sehr gut“, „wie immer vorbildlich“ oder wie neulich in Stendal „top, besser geht´s nicht“ steht in den Prüfberichten des Tierbestandsbuches, in das auf Nachfrage jeder reinschauen kann.

Mit goldenen statt schwarzen Streifen: Bei den Golden Tabby Tigern handelt es sich um eine seltene Farbvariante des Bengalischen Tigers.

Da es sich selbst bei den Zebras und Lamas genau genommen um keine Wildtiere handelt – alle Probst-Vierbeiner sind eigene Nachzuchten – können diese ihre natürliche Umgebung auch nicht vermissen, so der Pressesprecher. Der ganz individuelle Bewegungsdrang der einzelnen Arten finde selbstverständlich Beachtung. So werden die Raubkatzen, die sattgefressen auch in der Natur am liebsten herumliegen, meist in Ruhe gelassen. Bei den fast 30 Pferden, darunter Holländische Friesen und Vollblut-Araber, sieht das schon anders aus, sie brauchen viel Bewegung und werden deshalb täglich trainiert.

Wichtig bei allen Dressuren sei, so Mathijs te Kiefte, dass die Tiere keine unnatürlichen Bewegungen machen müssen – keinen Purzelbaum oder Ähnliches. Bei den meisten von ihnen gehe es ohnehin nur um die Schönheit und Anmut. Dass es auch einmal anders war, räumt der Pressesprecher ein. Aber: „Der peitschenschwingende Raubtierdompteur gehört der Vergangenheit an – bei uns gibt es den größten Applaus, wenn der Tierlehrer mit den Tigern kuschelt“, so Mathijs te Kiefte.

Wer sich selbst ein Bild von der Tierhaltung des Circus Probst machen möchte, hat bei den täglichen Tierschauen zwischen 9 und 18 Uhr Gelegenheit dazu. Die Manege öffnet sich heute und morgen um 16 und 19.30 Uhr und am Sonntag um 11 und 16 Uhr.

Von Matthias Mittank

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