Stein aus DDR-Zeiten wird in Neuanlage der Kita Zinnbergzwerge einbezogen

Thälmann darf bleiben

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„Ich möchte das Thälmann-Denkmal mit einbinden und nicht verschwinden lassen. Das gehört auch zur Geschichte“, erklärte Bürgermeister Matthias Mann im Klötzer Stadtrat.

Klötze. Er hat Spuren hinterlassen. Ernst Thälmann, in der Weimarer Zeit Anführer der Kommunistischen Partei, 1944 auf Befehl Hitlers im Konzentrationslager Buchenwald ermordet, war ein Säulenheiliger der DDR. Nach ihm waren unzählige Straßen benannt.

Auch einer Kindertagesstätte in Klötze gab er in den Siebzigerjahrenseinen Namen. Sein Denkmal steht immer noch vor der Einrichtung, die nach Ende des realexistierenden Sozialismus in Kita Zinnbergzwerge umgetauft wurde. Die Kita wird saniert. Und Thälmann soll bleiben. Das erklärte Bürgermeister Matthias Mann am Mittwoch im Klötzer Stadtrat.

„Ich möchte das Thälmann-Denkmal mit einbinden und nicht verschwinden lassen. Das gehört auch zur Geschichte“, begründete Mann die Entscheidung. Gegenüber der Altmark-Zeitung fügte er hinzu: „Die Begriffe Gerechtigkeit und Frieden hängen wir auch heute noch hoch, nicht, dass man das ausnutzt für irgendwelche Diktatoren.“ Der Findling auf einem quadratischen Kunststein-Sockel hat sich im Lauf der Jahre algengrün gefärbt, das Bildnis des Kronzeugen des SED-Regimes ist längst verschwunden. Aber Thälmanns Kopf hat seine Spuren hinterlassen.

Von Gerhard Sternitzke

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