100 Tage gut überstanden

Vor 100 Tagen begann eine neue Ära für Matthias Mann. Seit dem 1. Januar 2010 ist er Bürgermeister der Stadt Klötze. In einem Rückblick zeigt er sich zufrieden mit den Anfängen der neuen Einheitsgemeinde.

Klötze - Von Peter Lieske. Sofort handlungsfähig und eine gut vorbereitete Verwaltung – Den Blick zurück auf seine ersten 100 Tage als Bürgermeister von Klötze nutzte Matthias Mann, sich bei allen Beteiligten zu bedanken. Die Stadt befinde sich in einer Zeit des Umdenkens und Umorientierens. „Wir müssen gemeinsam diesen Lernprozess meistern, aber auch wollen.“ Mit diesen Worten wandte sich der Kuseyer an die Bewohner der Einheitsgemeinde.

Der Bürgermeister wies auf bereits gefasste Beschlüsse des neuen Stadtrates hin. So wurden mit der Hauptsatzung, Geschäftsordnung und Aufwandsentschädigungssatzung Voraussetzungen für eine gemeinsame Entwicklung der Einheitsgemeinde auf den Weg gebracht. Aber auch an die bereits festgelegte Friedhofssatzung erinnerte er.

Zudem wurde der erste gemeinsame Haushaltsplan beschlossen. Matthias Mann sprach von einer „konstruktiven Arbeit im Hauptausschuss und Stadtrat“, die er als „sehr angenehm“ einschätzte. Gleiches treffe auf die Zusammenarbeit mit den Ortsbürgermeistern sowie den Ortschaftsräten zu.

Bei allen positiven Eindrücken verhehlte er nicht die Lage der Wirtschaft und der Haushalte. Diese seien „so schlecht wie noch nie“. Er erinnerte daran, dass das Haushaltsloch von 1,5 Millionen Euro nur aus den Rücklagen gestopft werden könne. „An dieser Stelle möchte ich mich bei jenen ehemaligen Gemeinden bedanken, die entsprechende Rücklagen mit in die ,Ehe‘ gebracht haben.“ Auf die neue Struktur führte der Bürgermeister diese Lage nicht zurück. „Die derzeitige finanzielle Situation hätten wir auch, wenn die Gebietsreform nicht gekommen wäre.“ Dennoch sei keine freiwillige Aufgabe gestrichen worden. „Die alten Gegebenheiten und Regelungen wurden beibehalten.“

Als wesentliches Ziel für dieses Jahr sah Matthias Mann das Anpassen unterschiedlicher Gebühren- und Satzungsregelungen. „So unangenehm das für die Betroffenen sein mag, so notwendig ist es für die Zukunftssicherheit unserer Stadt.“ Mit Blick auf weniger Zuweisungen vom Land, eine höhere Kreisumlage sowie höheren Verwaltungsaufwand und Aufgabenverlagerung stellte der Bürgermeister fest: „Wir haben allen Grund zum Klagen, aber wir haben längst keinen Grund zum Jammern.“ Die Einheitsgemeinde habe gute Voraussetzungen sowie gute Verantwortungsträger, um die Region zukunftsfähig zu gestalten. „Vielleicht müssen wir auch das Glück der kleinen Dinge wieder erkennen lernen und uns fragen: Was gewinnen wir, wenn wir verzichten?“

Der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass „gute Beschlüsse zum Wohle unserer Menschen“ gefasst werden. Dazu sollten sich die Entscheidungsträger in den Ortschaften sowie im Stadtrat Zeit nehmen, ohne vieles vor sich herzuschieben, sowie den Mut zum Handeln aufbringen. Matthias Mann machte deutlich: „Manchmal ist eine unbequeme Wahrheit besser als eine bequeme Lüge.“

Für seine Person stellte der Bürgermeister fest: „Ich habe die ersten 100 Tage gut überstanden und fühle mich in meiner neuen Funktion recht wohl.“ Stets sei er bemüht zuzuhören, abzuwägen, Vorschläge zu entwickeln, aber auch zu entscheiden. Im letztgenannten Punkt betonte Matthias Mann, dass auch er im Stadtrat nur eine Stimme habe. „Mit dem permanenten Erfolgs- und Erwartungsdruck, bei dem ständig irgendwelche Leute warten, dass man einen Fehler macht oder ein falsches Wort sagt, versuche ich gelassen umzugehen.“ Und er fügte hinzu: „Das gelingt aber nicht immer.“

Morgens um 7.30 Uhr beginnt sein Arbeitstag. Nicht selten kommt Matthias Mann erst nach 21 Uhr nach Hause. Das war auch vor seinem Amtsantritt aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements nicht anders. Einen wesentlichen Unterschied gibt es aber doch: „Ich habe jetzt viel mehr Verantwortung“, sagte er gestern gegenüber der AZ. Als Bürgermeister endet seine Arbeitszeit in der Regel nicht am Freitagnachmittag.

Nicht selten hat er auch an Wochenenden Termine. Und wenn es sich einrichten lässt, begleitet ihn seine Frau Brigitte. Eine solche Gelegenheit ergibt sich am kommenden Sonntag, wenn Matthias Mann zum Pflanzen der Vogelkirsche zum Tag des Baumes in den Klötzer Forst fährt.

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