Bürgermeister bezieht klare Position

Strecke Klötze-Oebisfelde: Rückbau aller Bahnübergänge

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Nur noch in den Straßenquerungen liegen auf der Strecke zwischen Klötze und Oebisfelde Bahngleise. Die Meinungen zum Rückbau der Übergänge und zur möglichen Wiederbelebung der Bahnstrecke gehen auseinander.

Kusey / Neuferchau – "Wünschenswert wäre es, wenn alle Bahnübergänge auf der Strecke zwischen Klötze und Oebisfelde zurückgebaut werden."

Das sagte Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels, als er im Hauptausschuss über seine Entscheidung informierte, die 7,5-Tonnen-Beschränkung am Bahnübergang ins Kuseyer Gewerbegebiet wieder aufzuheben (wir berichteten).

Wegen der Unebenheit darf der Bahnübergang am Köckter Weg in Kusey nur mit 10 km/h befahren werden.

Denn Bahngleise liegen auf der Strecke ohnehin nicht mehr – außer im Bereich der Straßenquerungen. Und die haben vor allem in Kusey für Proteste der Anwohner gesorgt. Sie beschwerten sich über die Geräuschbelästigung. Statt der Tonnagebegrenzung darf nun über den Bahnübergang nur noch mit 10 km/h gefahren werden.

„Es ist nicht zu verstehen“, so Uwe Bartels, dass die Gleise nicht abgebaut werden können. Es liege aber daran, dass die Strecke noch nicht entwidmet ist. Mit einer Wiederinbetriebnahme rechnet der Klötzer Bürgermeister nicht. Anders als Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski. Er ist nicht nur Kreistagsmitglied, sondern auch Mitglied in der Regionalen Planungsgemeinschaft.

Und dort stehe bei der nächsten Sitzung, so informierte er im städtischen Hauptausschuss, die Wiederbelebung auf der Tagesordnung. „Obwohl die Brücke über den Mittellandkanal fehlt und das Gleisbett weg ist, werden wir mit dem Rückbau eher zurückhaltend sein müssen“, vermutete Klaus Ewertowski. Die Forderungen des Bürgermeisters zum Rückbau der Bahnübergänge seien nicht zielführend, schätzte Ewertowski ein und betonte seine Skepsis zur Umsetzung des Wunsches.

Uwe Bartels widersprach ganz energisch: „Das ist eine Belästigung der Anwohner in großem Maße“, sagte Uwe Bartels mit Bezug auf die Informationen, die er bei der Gesprächsrunde in Kusey erhalten hatte. Neben den dortigen Übergängen steht auf seiner Prioritätenliste auch der Übergang zwischen Neuferchau und Röwitz. „Das ist eine wahre Sprungschanze. Die Straßennutzer würden sich freuen, wenn die weg ist“, so Uwe Bartels.

Er sieht eine Wiederinbetriebnahme des Bahnverkehrs als nicht realistisch an. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand die Millionen aufwendet, um die Strecke wieder zu beleben“, so der Bürgermeister im Hauptausschuss. „Die Kosten für den Brückenbau explodieren“, wusste er als Baufachmann. „Ich muss mich positionieren und ich bin hier auf jeden Fall für den Rückbau“, beendete Uwe Bartels die Diskussion.

VON MONIKA SCHMIDT

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