„Da stellen sich die Nackenhaare hoch“

Das Dach der Böckwitzer Museumsscheune ist nach dem Brand im Sommer wieder repariert. Im Verein ist dafür aber noch nicht alles in Ordnung.

Klötze - Von Monika Schmidt. Es sei alles ein wenig kurios verlaufen, stellte Matthias Mann fest. Nachdem die Vorsitzende des Böckwitzer Museumsvereins, Christel Mähl, in einer Presseerklärung über die nicht-öffentliche Mitgliederversammlung informiert hatte (wir berichteten), sah sich der Klötzer Bürgermeister veranlasst, im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung über seine Eindrücke von der Versammlung zu berichten.

So habe es schon am Einlass einige Unstimmigkeiten gegeben, informierte Matthias Mann. Die Stadt Klötze ist als Rechtsnachfolger der Verwaltungsgemeinschaft Mitglied im Museumsverein. Als förderndes Mitglied habe sie aber kein Stimmrecht, hatte Christel Mähl den Bürgermeister informiert. Das sah er anders: Laut Satzung des Museumsvereins ist jedes Mitglied stimmberechtigt, informierte er und erkämpfte sich somit ein Stimmrecht bei der Versammlung.

Zweiter Streitpunkt war die Tagesordnung. Fristgerecht hatte der Klötzer Bürgermeister bei der Vereinsvorsitzenden einen Antrag gestellt, die Tagesordnung zu ändern. Das wurde nicht berücksichtigt, allerdings sollten seine Anträge im Tagesordnungspunkt Verschiedenes behandelt werden. Geärgert hat sich der Bürgermeister darüber, dass den Eigentümern des Grundstücks die Teilnahme an der Versammlung verweigert wurde, obwohl auch das baldige Auslaufen der Mietverträge besprochen wurde.

Die Mietverträge und die Pläne, über das Leaderprogramm ein Grenzmuseum aufzubauen, sind der Stadt Klötze ein besonderes Anliegen. Noch kurz vor dem Ende der Eigenständigkeit hatte die Gemeinde Jahrstedt – auch auf Drängen der Verwaltungsgemeinschaft – dem Museumsverein eine Scheune als Standort für das Grenzmuseum zur Verfügung gestellt. Um das Vorhaben umzusetzen, sollte der Museumsverein ein Konzept für die Ausstellung erstellen. Dieses liege aber immer noch nicht vor, bedauerte Matthias Mann. Um Fördermittel zu bekommen– und vor allem behalten zu dürfen – muss eine Zweckbindung von mindestens zwölf Jahren nachgewiesen werden. Da beim Museumsverein die ersten Mietverträge bereits 2012 auslaufen, ist das derzeit nicht gegeben. Das Verhalten des Vereinsvorstandes gegenüber den Eigentümern des Grundstücks in Böckwitz sah Matthias Mann als nicht geeignet an, um eine Verlängerung des Vertrages zu erwirken.

Dafür sollte bei der Mitgliederversammlung eine Satzungsänderung „so durchgeschoben werden“, denn sie sei nicht einmal Tagesordnungspunkt gewesen. „Da stehen Sachen drin, bei denen sich mir die Nackenhaare hochstellen“, erklärte Matthias Mann. So war es bislang so geregelt, dass bei einer Auflösung des Vereins das Vereinseigentum an die Verwaltungsgemeinschaft Klötze fällt. Diese gibt es nicht mehr, die Stadt Klötze ist der Rechtsnachfolger. Entsprechend hätte der Passus in der Satzung geändert werden müssen, erklärte Matthias Mann. Was er stattdessen im Satzungsentwurf las, empörte ihn mächtig: Denn der Passus sollte dahingehend geändert werden, dass das Vereinseigentum bei einer Vereinsauflösung an den Landkreis fällt. Matthias Mann hatte beim Altmarkkreis nachgefragt, der aber über diese unerwartete Gabe nicht informiert war. „Es ist ärgerlich, wenn die Gegenstände nicht in der Region bleiben“, war der Klötzer Bürgermeister mit dieser geplanten Änderung überhaupt nicht einverstanden. Letztendlich wurde der Satzungsänderung noch nicht stattgegeben, stattdessen soll diese noch einmal überarbeitet werden, so das Ergebnis der Mitgliederversammlung.

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