Einwohner und Ortschaftsrat kämpfen für teilanonyme Erinnerungsstele

Steimker bleiben hartnäckig

Eine Säule wie in Gardelegen, auf der die Namen der Verstorbenen mit einer kleinen Platte vermerkt sind, wünschen sich die Steimker auch für ihren Friedhof. Der Stadtrat hat den Antrag noch nicht befürwortet.
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Eine Säule wie in Gardelegen, auf der die Namen der Verstorbenen mit einer kleinen Platte vermerkt sind, wünschen sich die Steimker auch für ihren Friedhof. Der Stadtrat hat den Antrag noch nicht befürwortet.

Steimke / Klötze – Ausnahmsweise nicht nur die Corona-Pandemie ist dafür verantwortlich, dass auf dem Steimker Friedhof noch keine Erinnerungsstele steht.

Auch andere Gründe gibt es, warum der Antrag des Steimker Ortschaftsrates an die Stadt zur Aufstellung einer solchen Stele noch nicht ausgeführt wurde.

Ortsbürgermeister Frank Kraskowski sieht ein bisschen Licht am Horizont. Er hat mit Sachgebietsleiterin Susanne Lange vom Ordnungsamt vereinbart, dass sie sich persönlich um das Thema und das Erstellen einer neuen Friedhofssatzung kümmert. „Schnellstmöglich soll das dem Stadtrat vorgelegt werden“, informierte Kraskowski den Ortschaftsrat und die Einwohner.

„Es ist ein schwieriges Thema. Viele, die davor damit beschäftigt waren, haben manches liegenlassen“, beschrieb. „Ich bin da aber weiter dran“, versicherte der Ortschef. Schließlich hat der Ortschaftsrat einen offiziellen Antrag an den Stadtrat gestellt, der bearbeitet werden muss. „Dazu haben wir das Recht und der Stadtrat hat die Pflicht, sich damit zu beschäftigen“, betonte Frank Kraskowski. Die Alternative, eine richtige Stele aufzustellen, wäre viel kostenintensiver und sie wolle in Steimker keiner haben, erinnerte er. Der Ortsbürgermeister bat seinen Ortschaftsrat und die Einwohner noch um etwas Geduld, damit sich die Mitarbeiterin in das Thema einarbeiten könne.

Den Einwohnern indes, das wurde bei der Sitzung in Steimke deutlich, ist es völlig unverständlich, warum ihr Antrag vom Stadtrat noch nicht bewilligt wurde. Sie verweisen auf Friedhofssatzungen in der Nachbarschaft. In Brome und Gardelegen beispielsweise, sind die teilanonymen Gemeinschaftsurnengräber erlaubt. Dass sich in Klötze die Stadträte dagegen sperren, ist den Steimkern unverständlich. Es könne nicht jede Begräbnisform aufgenommen werden, war ein Argument, warum der Steimker Antrag noch nicht befürwortet werde.

Dies ist in der Stadt Gardelegen anders geregelt, haben die Steimker herausgefunden. In der Klötzer Satzung gibt es sechs Formen von Grabstätten, nämlich Reihengräber, Wahlgräber, Kindergräber, Urnengräber, Urnengräber auf dem anonymen Grabfeld sowie Urnennischen in Urnenstelen.

Die Satzung der Hansestadt Gardelegen bietet mehr Möglichkeiten: So gibt es anonyme Erdgemeinschaftsanlagen, teilanonyme Erdgemeinschaftschaftsanlagen, Rasenerdgrabstätten mit Platten, Rasenurnengrabstätten mit Platzen, anonyme Urnengemeinschaftsanlagen und teilanonyme Urnengemeinschaftsanlagen. Verbunden ist die große Auswahl mit dem Hinweis: „Die Bereitstellung der Bestattungsarten ist von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten abhängig und können nicht auf allen Friedhöfen vorgehalten werden.“ Eine solche Wahlmöglichkeit wünschen sich die Steimker auch für die Klötzer Friedhöfe. Denn sie wollen beispielsweise keine Urnenstelen haben, wie sie in Klötze sehr beliebt sind. Dieser Passus könnte für den Steimker Friedhof gestrichen werden. Dafür hoffen die Einwohner auf die Aufnahme des teilanonymen Urnengrabfeldes in die Klötzer Satzung – und das möglichst schnell. Dass so lange nicht über die Friedhofssatzung im Stadtrat gesprochen wurde, liege auch daran, so vermuten die Einwohner von Steimker, dass sie keinen eigenen Vertreter im Stadtrat haben. „Wir müssen um jede Kleinigkeit kämpfen“, ärgern sie sich. VON MONIKA SCHMIDT

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