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Gründe für den Erhalt von Kusey sollen gesucht werden

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Von: Monika Schmidt

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Menschen sitzen bei einer Sitzung an Tischen, einer steht
Der Kuseyer Ortsbürgermeister Norbert Nieder kämpfte bei der Klötzer Stadtratssitzung für den Erhalt der Grundschule in seinem Heimatort. © Monika Schmidt

Nicht Gründe für die Schließung, sondern Gründe für den Erhalt der Kuseyer Grundschule sollten gesucht werden, bat Ortsbürgermeister Norbert Nieder den Klötzer Stadtrat.

Klötze - „Warum suchen wir nicht alle zusammen nach Wegen, um die Schule zu erhalten?“, fragte der Kuseyer Ortsbürgermeister Norbert Nieder im Stadtrat. Mit „alle“ meinte er die Stadträte, die Verwaltung und die Einwohner. Dass stattdessen nach Gründen gesucht werde, um die Kuseyer Grundschule zu schließen, leuchtete ihm nicht ein. Der Kuseyer Ortsbürgermeister meldete sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort und hielt kämpfte für den Erhalt der Einrichtung. So wollte er wissen, ob bei einer anderen Sanierungsreihenfolge – der Stadtrat hatte sich zuerst für Klötze und Kunrau und dann erst für Kusey ausgesprochen - „heute über die Schließung von Kunrau diskutiert würde?“. Alles hängt am Geld. Die Stadt muss in den Brandschutz investieren. „Das Geld ist da, aber es passiert nichts“, stellte Norbert Nieder fest. Und Stadtratsmitglied Thomas Mann ergänzte, dass doch eigentlich nur das Sperrvermerk für die Maßnahme im Haushalt 2021 aufgehoben werden müsse. Doch so einfach ist das nicht, wie Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Reps im AZ-Gespräch erklärte. Zum einen liegen die Kosten für den Brandschutz wegen der Kostensteigungen beim Bau inzwischen höher als im Haushalt geplant. Und zum anderen reiche der Brandschutz allein nicht aus, weitere Maßnahmen, die noch nicht im Haushalt aufgenommen sind, müssten folgen. „Ich finde es auch irritierend, dass nicht nach Varianten gesucht wird und dann über diese beraten wird“, wunderte sich Thomas Mann, dass allein über die Schließung der Schule diskutiert werde. Norbert Nieder verwies auf Flüchtlingskinder aus der Ukraine, die bald beschult werden müssen. „Wir nehmen die Flüchtlinge auf, weil wir eine funktionierende Infrastruktur haben. Aber Klötze macht diese Infrastruktur kaputt“, warnte der Ortsbürgermeister. Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski verwies die Diskussion in das Reich der Spekulationen. „Die Frage ist rein spekulativ, dass sich der Stadtrat nicht damit beschäftigt. Wir haben doch noch gar keinen Haushalt dazu“, erinnerte er, dass der Etat für 2022 noch nicht beraten ist. Bevor dieser vorgelegt wird, sollen Grundsatzentscheidungen gefällt werden, unter anderem zur Kuseyer Schule. „Es ist eine schwierige Situation“, warb Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Reps im Stadtrat um Verständnis. „Wir sind in einer finanziellen und strategischen Zwangsjacke“, erklärte er. Der Stadtrat müsse entscheiden, „was wir uns auf Dauer leisten können und was wir uns leisten wollen“, brachte er das Problem auf den Punkt. „Aber es ist noch nichts beschlossen, auch keine Schulschließung“, stellte Reps klar. 

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