Fotovoltaik als Alternative

Stadt hat kein Geld für Saaldach in Trippigleben: „Wir sind wieder rausgeplumpst“

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Die Stadt hat kein Geld, um das Saaldach in Trippigleben zu sanieren. Aber es gibt eine neue Idee: Das Dach könnte Standort für eine Fotovoltaik-Anlage werden – und würde in dem Zuge von den Investoren repariert werden müssen.

Trippigleben – „Wenn keiner danach fragt, dann spreche ich das Thema eben an“, sagte der Ortsbürgermeister von Trippigleben, Andreas Melzer, bei der Ortschaftsratssitzung am Mittwoch.

Er hatte zuvor extra die Tagesordnung der Sitzung ändern lassen und den Punkt Haushaltsplanung vor die Einwohnerfragestunde gesetzt, weil die zahlreich anwesenden Einwohner dazu bestimmt Fragen hätten.

Doch mit dieser Vermutung lag er falsch. Deshalb brachte Andreas Melzer das Thema Saaldach am Ende der Sitzung selbst zur Sprache.

„Eigentlich waren dafür Gelder im Haushalt der Stadt eingeplant“, informierte Andreas Melzer. Doch im Rahmen der jüngsten Haushaltsklausur wurde die Maßnahme wieder aus dem Papier gestrichen. „Wir sind wieder rausgeplumpst, weil kein Geld bei der Stadt da ist“, fasste der Ortsbürgermeister zusammen. Es zeichne sich aber ein anderer Weg ab, mit dem das Dach des Saals dennoch saniert werden könnte. Denn: Es gibt Interesse der örtlichen Fleischerei, das Saaldach für eine Fotovoltaikanlage zu nutzen. Die eigenen Dachflächen des Unternehmens reichen nicht aus, um genügend Strom für den Eigenbedarf zu produzieren.

Allein für das Schlachthaus und die Kühlanlagen sowie die Verkaufswagen mit Kühlung falle eine Menge Strom an, wusste Andreas Melzer. Diesen möchte das Unternehmen nun selbst produzieren und würde sich für das benachbarte Dach interessieren. „Die Entscheidung darüber liegt bei der Stadt“, betonte Andreas Melzer. Stadtratsmitglied Joachim Klabis hatte in der Verwaltung schon einmal vorgefühlt, wie die Meinung zur Vermietung des Daches ist. Durchaus positiv, wie er den Ortschaftsräten und Einwohnern berichten konnte.

„Die Verwaltung sagt, die Stadt würde dem Vorhaben keine Steine in den Weg legen“, erklärte Klabis. Ganz im Gegenteil, die Idee würde befürwortet. „Uns wäre damit gedient, wenn das Dach dadurch erneuert wird“, schätzte das Stadtratsmitglied ein. Die Statik des Saals gebe eine Nutzung der Dachfläche her, wusste Joachim Klabis weiter. Damit die Solarplatten befestigt werden können, müsste das alte Asbest abgerissen werden und das Dach würde gedämmt, nannte er die Vorteile. „Das wäre eine tolle Lösung“, schätzte der Trippiglebener ein – um dann aber gleich nachzuschieben: „Wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben.“

Letztendlich sei es nun Sache des Unternehmens, den entsprechenden Antrag zur Nutzung an die Stadt zu stellen. Erst danach sei eine konkrete Beschäftigung mit dem Vorhaben nötig.

VON MONIKA SCHMIDT

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