Tourismus-Geschäftsstelle in Kunrau nicht mehr dauerhaft besetzt

Spürbarer Rückgang

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An den 150. Geburtstag des Kunrauer Schlosses erinnerte der Fremdenverkehrsverein mit einer Veranstaltung, bei der Kay Knittel für das Unterhaltungsprogramm sorgte.

Kunrau. „Es waren genügend Besucher da“, stellten die Vorstandsmitglieder des Fremdenverkehrsvereins Jeetze-Ohre-Drömling, Inge Bohndieck und Waltraud Hanne, im AZ-Gespräch fest.

Allerdings machte es sich in der Jahresstatistik 2011 deutlich bemerkbar, dass die Geschäftsstelle des Vereins mit Sitz im Kunrauer Schloss ab Juni nicht mehr besetzt war. „Da sind uns einige Besucher durch die Lappen gegangen“, formulierte es Inge Bohndieck. So wie es die Zeit der ehrenamtlichen Fremdenführer und von Gabriele Bock, die neben der Geschäftsstelle unter anderem als Schulsekretärin und Bibliotheksbetreuerin sowie für weitere Verwaltungsaufgaben bei der Stadt zuständig ist, zulässt, wurde den Besuchern trotzdem der Zugang zur Ausstellung im Obergeschoss des Schlosses ermöglicht. Aber so wie in den Vorjahren, als die Besucher jeden Tag einen Ansprechpartner in der Geschäftsstelle hatten, ist es seit dieser Saison nicht mehr. „Es waren vor allem viele Radtouristen auf eigene Faust unterwegs“, hat Gabriele Bock festgestellt. Diese kamen in den Abendstunden auch schon mal in der Bibliothek vorbei, um nach einer Unterkunft in der Nähe oder einer Gaststätte zu fragen. Von der schönen Natur im Drömling waren alle durchweg begeistert. Besonders gut in Erinnerung geblieben ist ihr der Gospelchor aus Cottbus, der im Sommer eine Konzertreise mit dem Rad durch die Altmark machte und auf dem Weg von Oebisfelde nach Kusey in Kunrau Station machte. „Sie haben sogar spontan ein Ständchen vor dem Schloss gesungen, weil sie so begeistert waren“, erinnerte sich Gabriele Bock.

Dass nicht alle Besucher betreut werden konnten, wird auch an den Zahlen deutlich: Waren es 2010 noch 95 Besucher, die unangemeldet durch Schloss und Park geführt wurden, standen in diesem Jahr 62 Besucher vor der Tür. Sie kamen aus Stuttgart, Chemnitz, Ebersbad, Wernigerode, Brandenburg, Aachen, Brome, Wörlitz und Potsdam. 25-mal wollen Gäste nur informiert werden. Sie kamen unter anderem aus Wolfsburg, Brome, Wernigerode und Quedlinburg.

Zwölf angemeldete Führungen gab es 2011 im Kunrauer Schloss und im Park. Dabei wurden 263 Besucher über die Geschichte des Drömlings und den Schlossherrn Theodor Hermann Rimpau informiert. Sie kamen vor allem aus der Altmark, aber auch aus Oldenburg, Cottbus, Celle und Magdeburg. Im Vorjahr waren noch 18 Führungen angemeldet, bei denen insgesamt 567 Besucher durch die Räume geleitet wurden.

Sehr gut angenommen wurden in diesem Jahr die monatlichen Radtouren des Vereins. 210 Radler nahmen teil, das sind elf mehr als im Vorjahr. Bewährt hat sich dabei, dass die Ausflüge mit interessanten Vorträgen über die Heimat verbunden werden.

Während vor Jahren die meisten Besucher ihren Ausflug in den Drömling mit einer Kremsertour verbanden, hat sich inzwischen ein anderer Trend eingestellt. So fahren viele Gäste mit dem Rad oder genießen zu Fuß die Naturschönheiten. Besonders der Rohrkolbenweg, der im Rahmen der Altmärkischen Wandernester vom Kunrauer Schloss durch den Drömling bis zum Grenzlehrpfad bei Böckwitz führt, wird von den Gästen sehr gut angenommen. Die Nachfrage nach Kremsertouren ist in den vergangenen Jahren beständig gesunken. Waren es 2010 noch acht Touren, wurden für 2011 nur noch sechs Touren vom Verein für Besucher organisiert. 140 Gäste wurden dabei begleitet. Die Anlässe für die Kremserfahrt waren meist familiärer Art, ob zur Hochzeit, zur Geburtstagsfeier, als Betriebsausflug oder Vereinsvergnügen. Der Dank des Vorstandes gilt den Familien Schulz aus Röwitz und Beckmann aus Jahrstedt, die als einzige in der Region noch Kremserfahrten anbieten.

Neben der Gästebetreuung, die ab Juni weniger intensiv ausgefallen ist, standen die monatlichen Veranstaltungen des Fremdenverkehrsvereins Jeetze-Ohre-Drömling im Mittelpunkt der Aktivitäten der Vereinsmitglieder. Die beiden Bastelabende zu Ostern und zum Advent erfreuten sich erneut großer Beliebtheit. Besonders beliebt waren 2011 auch die Führungen zum Tag des offenen Gartens, zu dem 60 interessierte Besucher nach Kunrau kamen, um sich den Park erklären zu lassen. Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war der Weihnachtsmarkt, bei dem etwa 500 Besucher in den Räumlichkeiten des Schlosses unterwegs waren und sich aufs Fest einstimmen ließen.

Von Monika Schmidt

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