Sonne war für das Getreide gut

An einigen Ackerstellen sieht die Wintergerste nicht gut aus. Dennoch wird insgesamt ein gutes Ertragsergebnis erwartet.

Lockstedt - Von Henning Lehmann. Mit Sorge schaut Reiner Hevekerl auf den Mais und die Zuckerrüben. „Die beiden Kulturen litten unter den ungünstigen Witterungsbedingungen in diesem Jahr und sind zeitlich in ihrer vegetativen Entwicklung zurückgeblieben“, begründet der Vorstandsvorsitzende der Lockstedter Agrargenossenschaft die zu erwartetenden Ertragseinbußen bei diesen beiden Sorten.

150 Hektar Mais und 51 Hektar Zuckerrüben baut das landwirtschaftliche Unternehmen an. „Die Zuckerrüben werden zu einem feststehenden Mindestpreis, welcher noch an bestimmte Qualitätsparameter gebunden ist, an die Nordzucker AG verkauft. Der Mais wird siliert und steht dann als Grundfutter in der Rindviehhaltung zur Verfügung“, sagt Reiner Hevekerl.

Neben dem Ackerbau, so der Vorstandsvorsitzende der Lockstedter Agrargenossenschaft, ist die Milchviehhaltung ein wichtiger Betriebszweig der Agrargenossenschaft. Der Grundpreis für einen Liter Milch liegt momentan bei 27 Cent. Er ist zwar leicht höher als in den vergangenen Monaten, aber ein wirtschaftliches Arbeiten ist damit kaum zu realisieren.

Bei der voraussichtlich zum Wochenende beginnenden Gerstenernte rechnet der Chef des Lockstedter Betriebes mit einem Ertrag von etwa fünf Tonnen pro Hektar. Die Trockenphase des Frühsommers hat der Gerste vergleichsweise weniger geschadet als dem Mais und den Zuckerrüben, blickt Reiner Hevekerl zurück. Bei der folgenden Rapsernte erwartet er einen normalen Durchschnittsertrag. Der Verkaufspreis liegt zurzeit bei etwas 300 Euro je Tonne und verspricht somit einen guten Erlös.

„Die Preise für Getreide sind zum jetzigen Zeitpunkt zu niedrig, um ein vernünftiges finanzielles Ergebnis für den Betrieb zu erzielen“, bemängelt Reiner Hevekerl. Die Tagespreise für Futtergetreide liegen leicht schwankend bei 100 Euro pro Tonne. „Es ist schwierig, den optimalen Zeitpunkt für Verkaufsverträge zu finden, um einen vernünftigen Erlös zu erzielen“, betont der Vorstandsvorsitzende. Die Lockstedter Genossenschaft verfügt über einen modernen Mähdrescher „New Holland CX 8090“ mit einer Schneidwerksbreite von neun Metern. Mit dieser Maschine ist das Unternehmen zwar in der Lage, bei günstigem Erntewetter die gesamte Druschfläche des Betriebes von etwa 800 Hektar abzuernten. Um aber die Erträge verlustarm und zügig zu bergen, mietet die Agrargenossenschaft einen zusätzlichen Mähdrescher und lässt so nach Bedarf 100 bis 200 Hektar der Fläche in Lohnarbeit abernten, informiert Reiner Hevekerl.

Landwirtschaft ist unter den jetzigen Bedingungen ein äußerst hartes Brot, stellt der Reiner Hevekerl klar. Der Betrieb ist zurzeit nur bedingt in der Lage, notwendige Investitionen zur Modernisierung von verschlissener, überholter Technik zu machen. Für die Zukunft wünscht er sich bessere Voraussetzungen, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu sichern und zu verbessern, um somit den gesicherten Arbeitsplatz der 24 Beschäftigten zu erhalten.

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