„Sollte eine gute Botschaft sein“

Die Bürgerinitiative für eine schnelle Ortsumgehung Brome in Klötze hatte Besuch aus dem niedersächsischen Flecken. Samtgemeindebürgermeister Jürgen Bammel (vorne r.) und Wilfried Wiebe von einer gleichgesinnten Bromer BI (hinten r.) kamen nach Klötze.

Klötze - Von Peter Lieske. „Ich bin zuversichtlich, dass spätestens 2016 der Planfeststellungsbeschluss vorliegt.“ Mit dieser Jahreszahl nannte Bromes Samtgemeindebürgermeister Jürgen Bammel am Donnerstagabend in der Gaststätte Zum Goldenen Löwen in Klötze eine konkrete Zahl zur geplanten Ortsumgehung Brome. Für die schnelle Umsetzung des Vorhabens macht sich seit zwei Jahren eine Klötzer Bürgerinitiative stark. Diese, unter Leitung von Lothar Jährig, hatte am Donnerstag zur Versammlung eingeladen. Mehrere Bromer waren erschienen. Ihre BI unter Leitung von Wilfried Wiebe verfolgt schon seit viel längerer Zeit die gleichen Ziele.

Über das Ob der Ortsumgehung werde nicht mehr gesprochen. Es gehe nur noch um das Wie, betonte Jürgen Bammel. Inzwischen wurde vom Bundesverkehrsministerium die vorgeschlagene Linienführung, also die enge Variante Süd, bestätigt. Ein entscheidender Fakt, wie aus den Worten des Samtgemeindebürgermeisters hervorging. Denn somit wurde der Planungsauftrag erteilt, der nun unter Regie des Straßenbauamtes Wolfenbüttel umgesetzt wird.

Und das dauert seine Zeit. Gestartet wird mit den Vermessungsarbeiten. Diese begannen nach Informationen Jürgen Bammels am 1. November und sollen am 30. November abgeschlossen sein. Gemessen wird nicht nur am Boden, sondern auch aus dem Flugzeug.

Damit ist der erste Schritt getan, so der Samtgemeindebürgermeister. Im zweiten Schritt folgen die so genannten Scoping-Termine, geplant im ersten und zweiten Quartal 2011. Bei diesen Terminen werden Pläne und Vorhaben abgestimmt. Es folgen in den nächsten Monaten bis voraussichtlich 2012 Gespräche mit Naturschutzbehörden, eine Projekt-Konferenz, die Festlegung der Knotenpunkte und das Bilden von Facharbeitskreisen. So könne davon ausgegangen werden, dass 2013 der Vorentwurf, also der technische Plan, vorliegt. Dieser dient als Grundlage für das Planfeststellungsverfahren, erläuterte Jürgen Bammel.

In diesem Verfahren wird die Öffentlichkeit hergestellt und beteiligt. Somit könne im Jahr 2016 mit dem Planfeststellungsbeschluss gerechnet werden. „Ich bin guter Hoffnung, dass das sogar etwas früher passieren kann.“ Dabei nannte er das Stichwort A 39. „Wenn diese bis 2015 fertig gestellt ist, dann hat das eine Sogwirkung auf die Ortsumgehung.“ Jürgen Bammel betonte, dass von 2016 als offizielle Zahl gesprochen wird. Vielleicht könnte das Verfahren schon 2014 abgeschlossen sein, früher aber in jedem Fall nicht mehr.

„Damit haben wir die rechtsstaatlichen Dinge erfüllt, aber noch nicht finanziert.“ Damit sprach Jürgen Bammel den Bundesverkehrswegeplan an, der erneuert wird. Er geht davon aus, dass die Ortsumgehung darin fortgeschrieben wird, da es sich aus Bundessicht nicht um eine riesige Summe handelt.

Dass nun das Straßenbauamt Wolfenbüttel mit der Planung beauftragt wurde, „sollte eine gute Botschaft sein, dass das Vorhaben überhaupt umgesetzt wird. Die Zeitschiene ist sicher keine gute Botschaft.“

Jürgen Bammel betonte aber, dass eine schnellere Umsetzung einfach nicht möglich ist. „Alles was kommt, ist gesetzlich normiert und muss so ablaufen. Das kann nicht durch Proteste beschleunigt oder forciert werden.“

Bis 2016 sei der Prozess eine reine Aufgabe des Landes Niedersachsen. „Vielleicht kann der Minister aus Sachsen-Anhalt ein gutes Wort einlegen. Er kann ihn aber nicht beschleunigen.“

Dennoch möchte die Klötzer BI weiter Druck ausüben. Als Nächstes sind Gespräche mit den Ortschaftsräten entlang der Ortsumgehung geplant, kündigte Lothar Jährig an. Bei allen Aktionen, so betonte Wilfried Wiebe von der Bromer BI, sollte stets darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der Ortsumgehung Brome um ein Projekt Deutsche Einheit handelt. Diese Aussage erziele Wirkung bei den Verantwortlichen.

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