Stadtrat von Oebisfelde-Weferlingen bekommt in diesem Jahr die Friedhofssatzung auf den Tisch

Sicher ist: Gebühren steigen

+
Dass die Kirche für ihren Teil des Oebisfelder Friedhofs bereits angekündigt hat, sich an die Gebühren der Stadt anzuschließen, freut die Bürgermeisterin. Sie vermutet trotzdem, dass sich das Aussehen der Friedhöfe verändern wird.

Oebisfelde. Einer der großen „Knackpunkte“, die die Stadt Oebisfelde-Weferlingen in diesem Jahr in Angriff nehmen will, ist die Vereinheitlichung der Friedhofsgebührensatzung.

Ein Grund dafür: „Unser Umland hat ganz erheblich angezogen und wir wollen einen „Friedhofstourismus“ unbedingt vermeiden“, erklärt Bürgermeisterin Silke Wolf im AZ-Gespräch. Im Vorfeld ist die Oebisfelder Kirchengemeinde auf die Stadt zugekommen und hat gesagt, wenn die Stadt ihre Gebühren erhöht, würde die Kirche auch für ihren Friedhofsteil die selben Gebühren nehmen. „Das fand ich sehr nett“, gibt Silke Wolf zu. „Da bin ich sehr dankbar, das ist ein guter Ansatz“, findet sie. Es werde aber auf jeden Fall zu einer „erheblichen Verteuerung“ bei den Gebühren kommen müssen, das steht schon fest. Vermutlich werden sich dann auch einige Friedhöfe ganz erheblich in ihrem Aussehen ändern. Denn es gebe derzeit noch zahlreiche alte Grabstätten, die bereits mehrfach verlängert wurden, die 50 und 60 Jahre oder noch älter sind. Bei den neuen Gebühren werde sich so mancher diese Entscheidung reiflich überlegen. 

In Sachen anonyme Grabstätten und Urnenstelen hat die Stadt schon in den vergangenen Jahren aufgerüstet. Es habe einige Friedhöfe gegeben, auf denen es dieses Angebot zur anonymen Bestattung nicht gab. Inzwischen kann die Stadt ein anonymes Urnenfeld auf allen Friedhöfen anbieten. „Wir sind sehr froh, dass wir das geschafft haben.“

Berücksichtigt werden müssten bei der Neugestaltung der Gebühren unter anderem die vielen Arbeitsstunden, die auf dem Weferlinger Friedhof geleistet wurden. Diese hatte die Einheitsgemeinde in Trägerschaft übernommen, obwohl es keine Festlegung aus dem Gebietsänderungsvertrag dafür gab. Der Weferlinger Gemeinderat hatte das 2008 aus Kostengründen noch abgelehnt. Schon damals stand fest, dass über 30 0000 Euro dafür fällig werden. All das müsse bei der Kalkulation in Betracht gezogen werden, betont Silke Wolf. Zumal es nun in Weferlingen auch Begehrlichkeiten gebe: Die Friedhofsmauer ist kaputt und muss saniert werden, eine neue Kapelle steht ebenfalls auf der Wunschliste – Kosten, die die Stadt tragen müsste. „Und diese Kosten müssten dann auf die Gräber umgelegt werden“, warnt Silke Wolf vor zu kostenintensiven Wünschen. Die Satzung durch den Stadtrat zu bekommen, werde noch ein großes Unterfangen. Ein weiteres Diskussionsthema dabei sei die Frage, ob die Friedhöfe von einem Friedhofsgärtner, von externen Firmen oder von Privatleuten betreut werden sollen. „Das ist auch ein ganz ganz großes Thema“, blickt Silke Wolf auf die anstehenden Diskussionen voraus.

Von Monika Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare