Kurs für Jugendweihlinge

Selbstverteidigung in Klötze: Den Gegner ins Leere laufen lassen

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Beim Handballenstoß auf die Nase blutet der Angreifer, er kann nichts mehr sehen, „aber er stirbt nicht“, erklärte Stefan Weber den Ansatz der Selbstverteidigung.

Klötze – „Wir wollen uns nur symbolisch prügeln“, gab Stefan Weber vom Klötzer Zen-Karateverein am Freitagabend gleich die Marschrichtung in der Zinnberghalle aus. Dort hatten sich die Jugendweihlinge zu einem Selbstverteidigungskurs getroffen.

Und dabei sollte es natürlich keine Verletzten geben. Dennoch sollten die Jugendlichen lernen, wie sie sich wehren können, wenn sie angegriffen werden.

Wie sie sich aus einem Griff winden und dann selbst freie Bahn zum Angreifen haben, übten die Jugendlichen.

„Der Durchschnittsböse will gewinnen“, erklärte der erfahrene Trainer. Das heißt, er sucht sich meist ein Opfer, das kleiner ist als er, das zurückhaltend ist und unauffällig agiert. Bei den Klötzer Jugendweihlingen haben die „Bösen“ dabei bald schlechte Karten. Denn sie lernten am Freitagabend als Erstes, sich groß zu machen und durch lautes Rufen die Aufmerksamkeit anderer zu erregen.

So können Helfer gerufen werden. Mit einem lauten „Stopp“ oder „Nein“, das gerufen wird, wenn der persönliche Sicherheitsabstand des Einzelnen unterschritten wird, können Passanten darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich jemand bedroht fühlt.

Stefan Weber erklärte den Jugendweihlingen, wie sie ihren persönlichen Sicherheitsabstand bestimmen.

Stefan Weber erklärte den Jugendlichen aber auch: „Wir müssen uns nicht verprügeln lassen.“ Wenn jemand angegriffen werde, sollte er sich wehren. Wie das am besten geht und welche Tricks dabei angewendet werden können, übten die Jugendlichen in der Halle ebenfalls. Wenn ein Angreifer mit der Hand auf einen anderen zukomme, hilft es schon, ihn mit einem Tritt gegen das Schienbein erstmal abzulenken, demonstrierte Stefan Weber.

Er zeigte den Mädchen und Jungen auch Griffe, wie sie den Angreifer außer Gefecht setzen können, und wie sie ihn zum Beispiel durch Wegdrehen ins Leere laufen lassen. „Geschicktes Ausweichen und ins Leere laufen lassen, das deprimiert die Angreifer meist“, wusste der Trainer. Denn Ziel sei es immer noch, einen Kampf zu vermeiden und so eine Situation zu entschärfen.

Wenn alles Rufen und Ausweichen nichts nützt, wissen die Klötzer Jugendweihlinge nach dem zweistündigen Training aber auch, wie sie sich wehren können. Zum Beispiel, in dem sie dem Angreifer mit dem Handballen auf die Nase schlagen. „Wir wollen ihn nur außer Gefecht setzen, nicht töten“, erläuterte Stefan Weber. Wer einen Schlag auf die Nase bekommt, blutet stark, kann nichts mehr sehen, „aber er stirbt nicht“.

VON MONIKA SCHMIDT

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