Statistischer Rückblick auf die abgelaufene Badesaison zeigt enorm gestiegene Kosten auf

Sechs Euro Zuschuss pro Badegast

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7,69 Euro schießt die Stadt in diesem Jahr für jeden Gast des Kunrauer Freibades zu. 5,22 Euro sind es pro Gast des Klötzer Waldbades. Insgesamt beträgt der Zuschuss 145 000 Euro. Bei zusammen 24 873 Badegästen in beiden Einrichtungen sind das knapp 6 Euro pro Gast.

Klötze / Kunrau. Einen statistischen Rückblick auf die abgelaufene Badesaison legte Klötzes Bürgermeister Matthias Mann nun den Stadträten vor. So zählte das Klötzer Waldbad in dieser Saison exakt 16 626 Badegäste, das waren 2051 mehr als im Vorjahr (14 575).

Im Kunrauer Freibad wurden in diesem Jahr 8247 Badegäste begrüßt, und damit 300 mehr als im Vorjahr (7947).

Gestiegene Besucherzahlen bedeuten für beide Bäder jedoch, dass nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Ausgaben steigen. Und diese legten prozentual gesehen sogar stärker zu als das Geld in der Eintrittskasse. So entstanden in Klötze 2015 Gesamtkosten in Höhe von 109 000 Euro (Vorjahr: 94 000 Euro). Die Einnahmen stiegen dagegen nur auf 24 400 Euro (Vorjahr 23 000 Euro). Der Zuschuss der Stadt machte somit einen Satz von zuvor 71 000 auf nun 84 600 Euro. Damit lag, so rechnete Bürgermeister Matthias Mann im Stadtrat vor, der Zuschuss pro Badegast in diesem Jahr für das Klötzer Waldbad bei 5,22 Euro. 2014 hatte dieser Betrag noch 4,88 Euro, 2013 (als 24 766 Badegäste kamen) bei lediglich 2,11 Euro gelegen. Das liege unter anderem auch an gestiegenen Festkosten für Chemikalien und Personal, wie Mann auf Nachfrage der AZ erklärte.

Das macht sich auch beim Kunrauer Freibad bemerkbar, wo der Zuschuss ebenfalls steigend ist. Demnach waren die Einnahmen 2015 und 2014 mit jeweils 11 330 Euro nahezu gleich. Der städtische Zuschuss für das Betreiben der Einrichtung stieg jedoch von 52 400 Euro auf 63 400 Euro an. Damit betrug für Kunrau der Zuschuss pro Gast in diesem Jahr bei 7,69 Euro, im Vorjahr waren es 6,59 Euro. Im Jahr 2013 (als über 10 500 Badegäste nach Kunrau kamen) lag der Zuschuss bei 4,54 Euro.

„Es ist klar, dass die Zahlen stets wetterbedingt sind“, betonte Matthias Mann. Trotzdem müssten sich die Stadträte darüber im Klaren sein, dass für beide Bäder in diesem Jahr ein Zuschuss von 145 000 Euro aus dem städtischen Haushalt bezahlt wurde. „Das muss man auch mal so zur Kenntnis nehmen“, stellte der Bürgermeister als abschließende Anmerkung in den Raum.

Stadtrat Uwe Harms (CDU) begrüßte das Interesse an den Freibädern. „Beide Objekte sind so, dass wir sie mit einem guten Gefühl bewerben können“, hat der Klötzer festgestellt, der im Sommer auch im Kunrauer Freibad ein paar Bahnen zog. Steigende Besucherzahlen in Klötze seien eventuell auf Hinweistafeln zurückzuführen, die an der B 71 in Kakerbeck aufgestellt wurden, mutmaßte Harms. Deshalb regte er an, auch an der B 248 ein Schild mit Hinweis auf das Kunrauer Freibad und den angegliederten Campingplatz zu errichten.

Was sich an der Höhe des Zuschussbedarfes für die städtischen Einrichtungen ändern würde, wenn beide – wie von vielen gewünscht – beheizt würden, sei schwer zu prognostizieren, so Mann auf Nachfrage der AZ. „Wir sehen es an Beetzendorf oder Brome, wie gut ein beheiztes Bad angenommen wird“, so der Bürgermeister. Auf der anderen Seite stünden jedoch enorme Kosten. „So günstig wie die Kunrauer Grundschule bekommen wir das Freibad nicht an die Fernwärme aus der Biogasanlage angeschlossen“, verweist Mann auf bis zu 70 000 Euro Kosten und geänderte Fördermodalitäten. Und ob der Biogasanlagenbetreiber auch nach 2023 – dann läuft die auf 20 Jahre festgeschriebene Einspeisevergütung für den erzeugten Strom aus – noch etwas zu verschenken habe, sei eine weitere Frage.

Und in Klötze? Um das Wasser des dortigen Waldbades zu beheizen, sei ein Blockheizkraftwerk nötigt, dessen Anschaffungskosten jenseits der 100 000 Euro liegen würden. Hinzu kommen jährlich anfallende Betriebskosten von rund 30 000 Euro, so das Ergebnis einer Modellrechnung. „Wir bleiben aber an dem Thema dran“, blickt Mann voraus.

Von Monika Schmidt und Matthias Mittank

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