Fehlendes Personal und kein Wasser im Klötzer Waldbad

Klötzes Schwimmbecken mit Rissen

Im großen Schwimmerbecken des Klötzer Waldbades ist Ende Mai noch kein Wasser. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen Personalmangel, zum anderen sind die Winterrisse noch nicht beseitigt. Fotos (4): Schmidt
+
Im großen Schwimmerbecken des Klötzer Waldbades ist Ende Mai noch kein Wasser. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen Personalmangel, zum anderen sind die Winterrisse noch nicht beseitigt.

Klötze – Die Klötzer werden unruhig. Es ist Ende Mai und kein Wasser im Waldbad. Das sorgt in den sozialen Medien für heftige Kritik. Dort wird von der DRK-Wasserwacht auch der ungepflegte Zustand des Waldbades beklagt.

„Das ist gerade unsere geringste Sorge“, erklärt Hauptamtsleiter Matthias Reps. Denn die Verwaltung hat in diesem Jahr weitaus größere Probleme mit dem Bad, als nicht gemähter Rasen, volle Papierkörbe und mit Grün eingewachsene Fahrradständer. Denn die komplette Badesaison steht auf der Kippe.

Dass die Papierkörbe vor dem Bad voll sind, ist derzeit die geringste Sorge der Stadt.

Zwei Gründe gibt es dafür: Zum einen hat der im Februar vorgestellte Schwimmmeister seinen Job schon wieder verlassen. „Er hat am Ende der Probezeit, für uns völlig überraschend, gekündigt“, informiert der Klötzer Hauptamtsleiter auf AZ-Anfrage. Damit steht das Klötzer Waldbad derzeit ohne einen verantwortlichen Mitarbeiter da. Ein ausgebildeter Fachangestellter ist aber nötig, um das Bad öffnen zu können. Die Verwaltung führe derzeit viele Gespräche, teilt Matthias Reps weiter mit. Unter anderem auch mit den beiden bisherigen langjährigen Badverantwortlichen aus Klötze und Kunrau, die sich eigentlich schon in den Ruhestand verabschiedet haben.

Der ungepflegte Zustand des Waldbades wird von der Wasserwacht kritisiert.

Doch es gibt es weitaus drückenderes Problem als das fehlende Personal: Die Winterschäden im Schwimmbecken sind noch nicht beseitigt. „Das Wasser könnte noch gar nicht eingelassen werden, weil noch große Risse im Becken sind“, erklärt Matthias Reps. Er ist händeringend auf der Suche nach einer Firma, die in dem 90 Jahre alten Bad die Risse mit Isoliermatten klebt. „Die meisten Firmen machen das inzwischen mit Folie, das geht aber in unserem alten Bad nicht“, erklärt der Klötzer Hauptamtsleiter. Es sei nicht einfach, überhaupt Firmen zu finden, die diese Technik noch beherrschen. Gerade ist wieder eine abgesprungen. Die Stadt steht in Kontakt zum früheren Schwimmmeister Roland Gille, der die Risse in den vergangenen Jahren mit viel Eigeninitiative und Kreativität geflickt hat. „Er unterstützt uns“, betont Matthias Reps. Ansonsten falle das Klötzer Waldbad in den Zuständigkeitsbereich der Stadtwirtschaft. Deshalb setzt der Hauptamtsleiter bei der Saisonvorbereitung auch auf die Unterstützung von Axel Hübner und seinen Mitarbeitern. Denn ein Ziel ist für Matthias Reps ganz klar: „Ich möchte das Bad auf jeden Fall in diesem Sommer öffnen“, betont er ausdrücklich. „Das ist das oberste Gebot“, versichert er. Noch ist allerdings offen, ab wann das Bad geöffnet werden kann.

Die für dieses Jahr ohnehin geplante Beckensanierung vorzuziehen und deshalb das Bad gleich komplett geschlossen zu lassen, ist für ihn keine Option. Zumindest während der Sommerferien soll den Klötzern ein Badespaß ermöglicht werden, so das Ziel der Verwaltung.

Das Becken war zwar schon gereinigt, verdreckt nun aber wieder, weil kein Wasser eingelassen wird.

„Danach fahren wir so fort, wie es von Anfang an geplant war“, erklärt Matthias Reps. Das bedeutet, dass das Bad, sobald die Temperaturen im Herbst keine Badefreuden mehr zulassen, sofort geschlossen und das Wasser abgelassen wird. Dann soll zeitnah mit der geplanten Beckensanierung begonnen werden. „Noch sind wir dafür aber in den Planungen, so dass wir die Sanierung nicht vorziehen können“, erläutert der Hauptamtsleiter weiter.

Matthias Reps strahlt Zuversicht aus, dass in kürzester Zeit auch das Personalproblem gelöst werden kann. Die Unterstützung der Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht, die bei der Betreuung der beiden Bäder in Klötze und Kunrau im Einsatz sind, sei auf jeden Fall garantiert. Auch dies hätten die Gespräche, die bislang geführt worden, sichergestellt. Nur, dass das Bad nicht nur mit Rettungsschwimmern geöffnet werden kann, steht derzeit noch als Problem im Raum: Es muss ein ausgebildeter Fachangestellter gefunden werden, der die Verantwortung für den Badebetrieb übernimmt. „Ohne können wir nicht öffnen“, so Matthias Reps abschließend.

VON MONIKA SCHMIDT

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare