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Schwarzendammer Vinylfreunde erregen deutschlandweit Aufmerksamkeit

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Von: Wolfram Weber

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Friedhelm Licht, Hans-Werner Hartmann und Bernd Heidmann (v. l.) sind drei der fünf Schwarzdammer Musikfreunde, die ihre Musik lieber auf Schallplatte als auf CD hören.
Friedhelm Licht, Hans-Werner Hartmann und Bernd Heidmann (v. l.) sind drei der fünf Schwarzdammer Musikfreunde, die ihre Musik lieber auf Schallplatte als auf CD hören. © Wolfram Weber

Schwarzendamm – Ihr Herz schlägt für die gute alte Schallplatte. Zu den Vinyl-Freunden Schwarzendamm gehören fünf Musikenthusiasten aus der Region, nämlich Rolf Heidmann, Heiko Schulz, Friedhelm Licht, Hans-Werner Hartmann und Bernd Heidmann.

Zusammengefunden haben sie 2014, am Todestag von Joe Cocker. Das passende T-Shirt darf nicht fehlen. Diese haben sich die Musikfreunde selbst gestaltet. Auf der Vorderseite ist ein Plattenteller mit Tonabnehmer zu sehen, auf dem Rücken steht der selbst kreierte Spruch: „Klingt Dir die CD zu kühl, hör Vinyl“. In unregelmäßigen Abständen treffen sich die Musikfreunde und tauschen sich aus über die neuesten Errungenschaften und die jüngsten Konzertbesuche. Bei diesen Treffen wird auch die eine oder andere Platte aufgelegt. Die Bandbreite ist groß, aber „Schlager geht gar nicht“, da sind sich alle fünf Vinylfreunde einig.

Gemeinsame Ausflüge, nicht nur Konzertbesuche in Hannover, Hamburg und Berlin gehören zum „Vereinsleben“. So waren die Musikliebhaber unter anderem schon im Stones-Fan-Museum in Lüchow und zu Besuch in einer legendären Musikkneipe in Dömitz. Im Frühjahr zog es die Schallplattenfreunde nach Quedlinburg zu einer Ausstellung über das DDR-Label Amiga.

Besonders viel zu erzählen rund um das Thema Schallplatte hat Friedhelm Licht. Er weiß, welche Lizenzplatten wann bei Amiga erschienen sind und welche Pressungen zu DDR-Zeiten im Intershop für Westgeld verkauft wurden. Stolz berichten die Vinylfreunde, dass es sogar einmal einen Bericht in einem Fachmagazin über sie gegeben hat. Darin ging es um Vinylfans in der Provinz. „Wir waren die Einzigen ohne kommerziellen Hintergrund“, informiert Friedhelm Licht. „Die anderen waren nebenbei Labelbesitzer oder hatten einen Plattenladen“, erinnert er sich. „Und in der TAZ erschien auch schon ein Bericht über uns“, ergänzt der Schwarzendammer.

Vor einiger Zeit besuchte Friedhelm Licht seinen „Lieblingssender“ in Berlin zur „Vinyl Weihnacht“. Dort konnte er viele Geschichten über die Schwarzendammer Musikfreunde und die Beschaffung von Schallplatten zu DDR-Zeiten erzählen. Natürlich kam dabei auch das T-Shirt der Musikfreunde aus Schwarzendamm zur Sprache, auch wenn es im Radio keiner sehen konnte. Als Nächstes planen die Vinylfreunde einen Besuch in einem Presswerk für Schallplatten.

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