Beim Tag der offenen Tür stellte sich die Sekundarschule Kindern und Eltern vor

Schule wirbt um Schüler

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Schulleiter Jörg Kägebein lud Schüler und Eltern beim Tag der offenen Tür ein, sich in der Sekundarschule Klötze umzusehen. Den Physikraum fand Luca Saalfeld (10) interessant. Celine Bernicke (14) hatte die Experimente mit aufgebaut.

Klötze. Physikalische Experimente, Computerkabinett und das obligatorische Schul-Skelett: Schüler und Eltern der vierten Grundschulklassen aus Klötze, Kunrau und Kusey konnten am Samstag in die Sekundarschule Dr. Salvador Allende in Klötze hineinschnuppern.

Beim Tag der offenen Tür hatten sie Gelegenheit, mit Lehrern und Schülern der Einrichtung zu sprechen und sich ein Bild vom Angebot der Sekundarschule zu machen. 40 bis 70 Prozent eines Jahrgangs wechseln auf die Schulform.

„Ich weiß noch nicht, ob ich hier hin will oder aufs Gymnasium“, erzählte Chris Richard Jacobs. Aber die im Physikraum aufgebauten Experimente fand der Zehnjährige spannend. „Cool!“, riefen Schüler spontan aus, als sie erkannten, dass das menschliche Auge eine Kerzenflamme eigentlich auf dem Kopf stehend auf der Netzhaut abbildet. „Erst im Gehirn wird das Bild wieder umgekehrt“, erklärte Physiklehrerin Gerlinde Homann.

270 Schüler besuchen die 1974 gegründete Schule derzeit. Ihnen stehen in der zwei- bis dreizügigen Einrichtung vielfältige Abschlüsse offen, erläuterte Schulleiter Jörg Kägebein: Vom Hauptschul- und erweiterten Hauptschulabschluss über den Realschulabschluss bis zum erweiterten Realschulabschluss. Letzterer beinhaltet sogar die Fachhochschulreife. Kägebein betonte die Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen: „Es ist jederzeit auch ein Wechsel zum Gymnasium möglich.“

Als Erfolgsmodell erweist sich der vor einem Dreivierteljahr eingeführte Ganztagsschulbetrieb. In Klasse 5 sind die Nachmittagsangebote verpflichtend, aber auch 90 Prozent der Älteren nutzen sie. „Die Ganztagsschule hat die Funktion, eine Balance zwischen Lernen und Entspannung zu finden“, erläuterte der Schulleiter, der selbst Mathe und Physik unterrichtet.

Dafür gibt es dreimal in der Woche eine Hausaufgabenstunde, in der die Schüler einen Teil ihrer Aufgaben im Klassenzimmer erledigen können. „Dabei unterstützen leistungsstarke Schüler der oberen Klassen Lernschwache“, so Kägebein. Im Rahmen des sachsen-anhaltischen Projekts „Lernerfolge sichern – Schüler helfen Schülern“ erhalten sie für ihren Nachhilfeunterricht sogar ein kleines Honorar. Gemeinschaftliches Lernen und Teamfähigkeit seien wesentliche Ziele der Ganztagsschule.

Nach dem Mittagessen in der Mensa, an dem 80 Schüler teilnehmen, stehen die Freizeitangebote im Mittelpunkt. Die Kurse – zehn an der Zahl – reichen von Basketball und Schach über Computer und Polnisch bis zum Töpfern, Chor und Theater. Für die Nachmittagsangebote stehen der Schule 25 zusätzliche Lehrerstunden zur Verfügung, hinzu kommen pädagogische Hilfskräfte und Schulsozialarbeiterin Antje Kamp sowie die Unterstützung durch den Jugendtreff Corner.

Seit dem vergangenen Jahr steht die Schule auch äußerlich gut da. Mit Hilfe von EU-Mitteln wurde die Klötzer Sekundarschule für insgesamt 1,09 Millionen Euro saniert. Dabei entstanden neue Fachräume, die Mensa, und die Fassade wurde saniert. Jetzt hofft Schulleiter Kägebein, dass bis 2014 auch der Schulhof fertiggestellt wird.

Von Gerhard Sternitzke

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